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Brandstifter muss nicht in die Psychiatrie

Landgericht Bochum

BOCHUM Erst trank er eine halbe Flasche Whisky mit Zucker, dann griff er zum Feuerzeug. Vor 15 Monaten zündete ein psychisch kranker Bochumer (45) seine Wohnung (Josefstraße) an. Bestraft werden konnte er dafür am Mittwoch allerdings nicht.

von Von Jörn Hartwich

, 04.08.2010

Das Bochumer Landgericht ordnete allerdings an, dass der Bochumer in den nächsten Jahren regelmäßig Medikamente einnehmen muss. Sollte er sich daran nicht halten, droht die sofortige Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie – ohne neuen Prozess.

Der 45-Jährige hatte seine Tat vom 30. April 2009 sogar angekündigt. Er hat erst bei der Polizei, dann bei der Feuerwehr angerufen. „Ich bin kurz davor, meine Bude anzuzünden.“ So oder so ähnlich soll er sich damals geäußert haben. Als die Feuerwehr schließlich am Tatort auftauchte, saß der Bochumer lachend auf einem Stuhl.

  Den Richtern hatte er dazu im Prozess erklärt: „Ich fand das lustig.“ Seit er medikamentös eingestellt ist, ist der Bochumer allerdings wieder in der Lage, Alltag und Probleme zu bewältigen. Die ursprünglich angedachte direkte und sofortige Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie hielten Sachverständige und Richter damit nicht mehr für erforderlich.