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Bremer Stimmung nach 2:2 in Bielefeld verdorben

Bielefeld (dpa) Bei Werder Bremen ist die Stimmung nach dem verpatzten Start in die neue Bundesliga-Saison schon verdorben.

Bremer Stimmung nach 2:2 in Bielefeld verdorben

Werder-Trainer Thomas Schaaf (l) und Manager Klaus Allofs beobachten die Partie.

«Das war einfach nur Dummheit, die drei Punkte hätten wir mitnehmen müssen», monierte Fußball-Nationalspieler Torsten Frings, dessen Elf bei Arminia Bielefeld trotz zweimaliger Führung über ein mageres 2:2 (0:0) nicht hinauskam. Zwar stand am Ende immerhin ein Auswärtspunkt zu Buche, doch dem Titel-Mitfavoriten war deutlich anzumerken, dass ein Teilerfolg bei einem designierten Abstiegskandidaten den eigenen hohen Ansprüchen nicht genügt. Dass sein Team über weite Strecken ohne Spielwitz, aber mit eklatanten Abwehrfehlern auftrat, ärgerte auch Thomas Schaaf gewaltig: «Es war keine klare Linie zu erkennen und bei den Gegentoren haben wir geschlafen», kritisierte der Coach.

Am Fehlen des Regisseurs Diego, der weiter für mit Brasiliens Nationalmannschaft in Peking um olympische Medaillen kämpft, wollten die Hanseaten den Dämpfer aber nicht festmachen. «Das ist Unsinn, mit Diego waren wir beim letzten Mal in Bielefeld auch nicht besser», meinte Sportdirektor Klaus Allofs. Vor fünf Monaten war Werder bei Arminia nicht über ein 1:1 hinausgekommen, und von den letzten neun Partien in Bielefeld konnte Bremen nur eine gewinnen.

Für Glanzpunkte sorgte zumindest Stürmer Markus Rosenberg, der Werder zweimal (60./80. Minute) in Führung brachte, doch Artur Wichniarek (74./81.) schlug vor 24 700 Fans jeweils zurück. Nach der Verpflichtung von Claudio Pizarro nutzte der Schwede das Match zur Eigenwerbung und freut sich nun auf den neuen Sturmpartner. «Claudio ist ein Top-Mann. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass es nicht leicht ist, in eine eingespielte Mannschaft zu kommen», sagte Rosenberg über Rückkehrer Pizarro, der in 230 Bundesliga-Spielen für Werder und Bayern München 100 Tore erzielt und in der vergangenen Saison beim FC Chelsea in England gespielt hat. «Gute Konkurrenz-Situationen sind für ein Team immer förderlich», glaubt Allofs.

Während Aaron Hunt zu keiner Phase Diego in der Kreativ-Zentrale ersetzen konnte, bereitet vor allem das nachlässige Abwehrverhalten den Bremern ernsthaft Sorgen. Erst lud Neuzugang Sebastian Prödl Arminia-Stürmer Wichniarek zum 1:1 ein, beim 2:2 profitierte der Pole von einer Einzelaktion des eingewechselten Robert Tesche, der dabei Werders gesamte Defensive düpierte. «Unsere Abwehrleistung war fatal», befand Allofs, der die Ursache für den Fehlstart so erklärte: «Bielefeld stand wie immer sehr kompakt. Das einzig Positive ist, dass wir diese Saison nicht mehr hierhin müssen.»

Auch wenn Arminia-Kapitän Rüdiger Kauf glaubt, «dass für uns auch ein Sieg drin war», bejubelte der Außenseiter den unerwarteten Zähler. «Das war ein guter Start in eine schwierige Saison, die Mannschaft hat nach den Rückständen tolle Moral bewiesen», sagte Präsident Hans-Hermann Schwick. Der neue Stürmer Christopher Katongo, der von Bröndby Kopenhagen kam, blieb zwar unauffällig, dennoch sind sie in Ostwestfalen optimistisch, dass der Kampf gegen den Abstieg erneut erfolgreich sein wird. «Gegen eine spielstarke Bremer Mannschaft haben wir kaum etwas zugelassen, das ist lobenswert», sagte Trainer Michael Frontzeck mit zufriedener Miene.

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