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Bruchhagen: „Nicht zu stark in Resignation gehen“

Hamburg. Der HSV hat selbst kaum noch Hoffnung auf den Klassenverbleib. Chef Bruchhagen lässt die 2. Liga planen und achtet darauf, dass der erstmalige Abstieg „nicht zu chaotisch wird“.

Bruchhagen: „Nicht zu stark in Resignation gehen“

Spielt der HSV zweitklassig, dürfte Heribert Bruchhagen wohl längste Zeit Vorstandschef gewesen sein. Foto: Axel Heimken

Der Hamburger SV kann für die 2. Bundesliga planen. Nach dem ernüchternden 0:0 im Abstiegs-Endspiel gegen den ebenfalls gefährdeten 1. FSV Mainz 05 gibt selbst die Führung des dienstältesten Fußball-Bundesligisten die Hoffnung auf den Klassenverbleib auf.

Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen appellierte, „nicht zu stark in die Resignation zu gehen“. Sein Rat: „Wir sollten uns ein weinig damit abfinden, wenn der Fall eintritt, dass es zum Sport gehört.“ Er selbst wolle darauf einwirken, „dass das Ganze nicht zu chaotisch wird“. Es bestehe noch eine Restchance, betonte er, aber die Planungen für die 2. Liga liefen.

Spielt der HSV zweitklassig, dürfte Bruchhagen wohl weg sein. Zwar wolle er sich nicht vor der Verantwortung drücken, wie der erfahrene Funktionär stets betont. Doch der Vorstandschef weiß, dass der Aufsichtsrat ihn mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr will. „Alles, was für den HSV gut ist, unterstütze ich“, meinte Bruchhagen und akzeptiert damit auch ein vorzeitiges Ende seines bis 2019 laufenden Vertrages. Das zumindest ist das Begehren des stellvertretenden Ratsvorsitzenden Bernd Hoffmann. Noch schneller möchte Hoffmann Sportchef Jens Todt loswerden. Doch über diese Position entscheidet nicht der Aufsichtsrat, sondern der Vorstand.

Aber wer soll den erstmaligen Aufschlag des Dinos in der 2. Liga und vor allem die Rückkehr ins Oberhaus planen? Abschiedskandidat Todt im Verbund mit Wohl-bald-nicht-mehr-Trainer Bernd Hollerbach? Beim Hamburger SV herrscht Untergangsstimmung in allen Bereichen. Was zunächst eingetütet werden muss, ist bis zum 15. März der Lizenzantrag für die 2. Liga. Die sei laut Finanzchef Frank Wettstein kein Problem. Bruchhagen räumte jedoch ein, dass dafür Einnahmen aus Transfers notwendig sind.

Die Offensivkräfte Filip Kostic und André Hahn, die Brasilianer Walace und Douglas Santos, Mittelfeldspieler Albin Ekdal, Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos sowie Riesentalent Jann-Fiete Arp muss der HSV versilbern. Bei Nicolai Müller, Dennis Diekmeier, Gotoku Sakai, Aaron Hunt, Lewis Holtby, Bjarne Thoelke, Sven Schipplock und Sejad Salihovic laufen die Verträge aus. Die einen will der HSV nicht mehr, die anderen kann er sich bei einem Abstieg nicht leisten. Der glücklose Topverdiener Bobby Wood hat zwar noch einen Vertrag bis 2021, doch zu deutlich verringerten Bezügen wird er nicht bleiben wollen.

Auch die verliehenen Pierre-Michel Lasogga, der beim englischen Zweitligisten Leeds United in 23 Spielen schon zehnmal getroffen hat, und der einst als Messi-Verschnitt gefeierte Alen Halilovic (derzeit bei UD Las Palmas) sollen möglichst hohe Transfererlöse einbringen. Die Hamburger müssen in der 2. Liga vom derzeitigen Gehaltsetat von 55 Millionen runter auf 30 bis 33 Millionen Euro.

Von den jüngeren Profis, die das Zukunftsbild eines Zweitligisten HSV prägen sollen, möchte der Verein Gideon Jung, Rick van Drongelen, Luca Waldschmidt und Julian Pollersbeck halten. Ob die sich aber 2. Liga und Gehaltskürzungen antun wollen oder eine deutlich besser dotierte Erstliga-Karriere vorziehen - wer weiß das schon? Bruchhagen: „Egal wie die Sache ausgeht, wir müssen eine gewisse Disziplin wahren.“

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