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Brüder stillten Spielsucht mit fremdem Geld

Schöffengericht

Wegen Betruges mussten sich am Mittwoch zwei Brüder (44/43) aus Witten vor dem Schöffengericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf dem älteren vor, zwischen Juli und Dezember 2011 das Konto einer 63-Jährigen förmlich geplündert zu haben – auch, um seiner Spielsucht zu frönen.

WITTEN

von Von Andreas Tietz

, 14.06.2012

46 Abbuchungen von Geldautomaten im Gesamtwert von fast 40.000 Euro listete die Anklageschrift auf. Mit einigen der Abhebungen soll der Mann seinen 14 Monate jüngeren Bruder beauftragt haben, der mit ihm auf der Anklagebank saß. Außerdem soll der ältere Angeklagte den Wagen der Frau ohne deren Einverständnis verkauft und dafür eine Vollmacht gefälscht haben.

Vor Gericht schilderten die Männer, dass sie die Abbuchungen im Auftrag der 63-Jährigen vorgenommen hatten. Das Geld sei für die Bezahlung von Renovierungsarbeiten am Haus der Frau gedacht gewesen. „Zwischen 10.000 und 15.000 Euro hat sie mir aber geschenkt“, sagte der ältere Bruder. Lediglich zwei der Abbuchungen seien tatsächlich ohne Wissen der Karteninhaberin geschehen. Den Verkauf des Wagens wollte der Mann ebenfalls im Auftrag der Eigentümerin in die Wege geleitet haben. Diese habe es sich jedoch anders überlegt, als bereits alles mit dem Gebrauchtwagenhändler vereinbart worden sei. Er habe davon nicht zurücktreten können, erklärte der Angeklagte, und habe darum die gefälschte Vollmacht unterschrieben.

Die Geschädigte selbst trug mit ihrer höchst emotionalen, in Teilen unsachlichen Aussage wenig zur Klärung des Sachverhaltes bei. Sie räumte zögernd ein, dem älteren der beiden Angeklagten mehrfach ihre EC-Karte samt Pin für Besorgungen überlassen zu haben. Richter Bernd Grewer sah aufgrund dieser Beweislage keine Möglichkeit, einen Schuldnachweis zu führen: Es sei nicht seriös zu differenzieren, welche Abbuchungen auf Veranlassung der Geschädigten vorgenommen wurden.

Das Gericht verurteilte beide Angeklagte zu Bewährungsstrafen: Den älteren zu sechs Monaten, den jüngeren zu drei Monaten. Zur Auflage für die zweijährige Bewährungsfrist machte das Gericht außerdem die Ableistung von 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit.