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Büchner-Preisträger Winkler stahl Geld für Bücher

Erlangen (dpa) - Josef Winkler (55), österreichischer Schriftsteller und diesjähriger Büchnerpreisträger, hat als Kind seinem Vater Geld für den Kauf von Büchern gestohlen. «Meine Gelddiebstähle dürften ihn so zwei bis drei Ochsen gekostet haben», sagte Winkler auf dem Erlanger Poetenfest.

Büchner-Preisträger Winkler stahl Geld für Bücher

Der österreichischen Schriftsteller Josef Winkler wuchs in einer «stummen» Familie auf. (Archivbild)

Sein Vater war Bauer in Kärnten. Im Elternhaus habe es keine Bücher gegeben, erzählte der Autor. «Wenn ich nicht im eigenen Haushalt ein kriminelles Kind gewesen wäre, was wäre aus mir geworden?»

Als Triebfeder für seine literarische Arbeit nannte Winkler am Freitagabend die Liebe zur Sprache. In seiner Familie sei nie viel gesprochen worden. «Das Stummsein hat unsere Mutter in die Familie hineingebracht. So ist meine Sehnsucht nach Sprache entstanden.»

Sein Werk, das von der Deutschen Akadamie für Sprache und Dichtung als einzigartig und von obsessiver Dringlichkeit beschrieben wird, dreht sich stets um drei große Themen: seinen Vater, den Tod und den Katholizismus. Er habe einen Großteil seiner Kindheit als Ministrant, als «kleiner, weiß-rot gekleideter Transvestit» verbracht. Trotz seiner überaus kritischen Haltung und obwohl die katholische Kirche ihm als Kind sehr viel Angst gemacht habe, besuche er heute auf seinen Reisen noch oft katholische Gotteshäuser. «Ich betrete fast nie eine evangelische Kirche. Die meisten kommen mir ja wie Waschküchen vor.»

Winkler wird am 1. November in Darmstadt den von der Akademie verliehenen Büchnerpreis, die wichtigste deutsche Literaturauszeichnung, entgegennehmen. Von der Preiszuerkennung habe er bei der Fußball-EM während des Spiels Österreich gegen Deutschland durch einen Anruf erfahren - kurz nachdem Michael Ballack sein Freistoßtor geschossen hatte.

Winklers neuestes Werk «Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot» ist eine Sammlung von elf kurzen Prosatexten, in die Erfahrungen aus seinen Reisen und aus seiner Kärntner Kindheit einfließen.

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