Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bürger kämpfen um das Hallenfreibad Höntrop

Vereinsgründung angestrebt

Kann ein Bürgerverein das gefährdete Hallenfreibad im Höntroper Südpark retten? Einen Versuch ist es wert, findet Oliver Buschmann: Der Wattenscheider initiierte vergangene Woche eine Bürgerversammlung. Er möchte zeigen, dass die Bürger um ihr Bad kämpfen. Denn dem droht die Schließung.

von Miriam Instenberg

BOCHUM

, 30.11.2014
Bürger kämpfen um das Hallenfreibad Höntrop

Das Hallenfreibad Höntrop liegt idyllisch im grünen Südpark und zieht, wie hier auf einem Bild aus dem Sommer 2012 zu sehen, an guten Tagen viele Besucher an. Doch das Bad macht seit Jahren Defizite. Jetzt droht die Schließung.

Um die Situation der Schwimmbäder in Bochum ist es generell nicht gut bestellt, doch das Hallenfreibad Höntrop ist seit Jahren akut von der Schließung bedroht: Das Bad hat ein jährliches Defizit von 680.000 Euro. Ein Gutachter, der in der letzten Sitzung des Sportausschusses die Ist-Situation des Schwimmbads beleuchtete, sprach von einem Sanierungsbedarf in Höhe von 17 bis 18 Millionen Euro. Seine Empfehlung an die Politik lautete: Schließung.

Oliver Buschmann möchte sich damit nicht abfinden. Der ehrenamtliche Fraktionsgeschäftsführer der Wattenscheider Grünen setzt sich schon lange für den Erhalt des Hallenfreibads ein. In dieser Woche organisierte er eine Bürgerversammlung, zu der etwa 35 Personen kamen. „Es geht in erster Linie darum, aktiv zu werden und zu zeigen, dass den Bürgern etwas am Erhalt des Schwimmbads liegt“, erklärt Buschmann. Das Südpark-Bad sei eines der schönsten Bäder Bochums und prinzipiell gebe es auch genug Besucher. „Die Öffnungszeiten sind aber ein großes Problem“, meint der Wattenscheider. Das Bad schließt samstags um 15.30 Uhr, sonntags schon um 13.30 Uhr. „Diese Öffnungszeiten hat der Rat beschlossen, nachdem wegen der Haushaltssituation der Betrieb von drei auf zwei Schichten reduziert wurde“, erklärt Klaus Retsch, Leiter des Sport- und Bäderamts. Dabei hätte die Politik sich aber an den Besucherströmen orientiert.

„Die Meisten wollen sonntags ausschlafen und in Ruhe frühstücken. Danach lohnt es sich nicht mehr, zum Schwimmen nach Höntrop zu kommen. Daher weichen viele Bürger auf andere Bäder aus“, sagt Oliver Buschmann. Dass ein Bürgerverein nicht alle Probleme des sanierungsbedürftigen Hallenfreibads lösen kann, ist Buschmann bewusst. Dem Bad fehlt unter anderem ein Nichtschwimmerbecken im Außenbereich, auch eine Sauna gibt es schon lange nicht mehr. Trotzdem sieht Buschmann den Startschuss für die Gründung als positives Signal: „Bisher haben 25 Personen die Absichtserklärung unterschrieben, bei der Vereinsgründung mitzuwirken. Unser Ziel ist es, noch mehr Mitglieder zu finden, um dann die ersten Geldmittel werben zu können.“ Bei der Versammlung seien erste Ideen diskutiert worden, wie man das Bad attraktiver machen könne – in Absprache mit der Stadt und mit geringen Summen. Ein erster, kleiner Schritt Richtung Bad-Erhalt.  

Bei der Bürgerversammlung, die am Mittwoch stattfand, gab es Ideen für attraktive Veranstaltungen im Hallenfreibad – beispielsweise einen Strandtag oder ein „Discoschwimmen“. Im Internet gibt es Informationen zur Vereinsgründung. Dort kann auch die Beitrittserklärung heruntergeladen werden.  

Schlagworte: