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Bürgerinitiative Flutopfer-Hilfe Marten gegründet

MARTEN In Marten formieren sich Bürger, um geschlossen gegenüber den Verantwortlichen für das Hochwasser aufzutreten. Sie gründeten die Bürgerinitiative "Flutopfer-Hilfe Dortmund-Marten".

von Von Arndt Brede

, 05.08.2008
Bürgerinitiative Flutopfer-Hilfe Marten gegründet

Während der sehr gut besuchten Bürgerversammlung zum Thema "Hochwasser und die Folgen" traten viele Martener der neu gegründeten Bürgerinitiative bei.

Während einer Bürgerversammlung am Montagabend im Gemeindezentrum Heilige Familie traten viele der rund 180 Anwesenden spontan der neu gegründeten Bürgerinitiativebei. Einer der Sprecher, Heiko Ostwinkel, wies auf die ausliegenden Mitgliederlisten hin: „Wir müssen alle zusammenstehen.“ Es gehe darum, gegenüber den Verantwortlichen – gemeint sind die Emschergenossenschaft und die Stadt – Geschlossenheit zu zeigen. Es müsse aber auch gelingen, für Marten – ähnlich wie beim Oderhochwasser – Bundes- bzw. Landesmittel zu bekommen.

Die Gründung der Bürgerinitiative wird wohl nicht die einzige Reaktion sein. So kristallisierte sich während der Bürgerversammlung heraus, dass nicht wenige den Klageweg gegen die Verantwortlichen in Erwägung ziehen. Immer wieder tauchte der Name „Emschergenossenschaft“ auf, wenn es darum ging, den „Schwarzen Peter“ zu verteilen. Beispiele: „Die kneifen doch“, sagte ein Bürger, als der Moderator der Versammlung, Pfarrer Michael Vogt, mitteilte, dass die Stadt und die Emschergenossenschaft deshalb keinen Vertreter geschickt hätten, weil sie eine eigene Infoveranstaltung planten. „Während der Katastrophe haben wir keine Hilfe bekommen, weder von der Stadt, noch von der Emschergenossenschaft“, beschwerte sich eine andere Martenerin. Maßnahmen zur Sicherung der hochwassergefährdeten Bereiche in Marten forderten weitere Bürger von der Emschergenossenschaft. Viele fragten sich: „Wann wird es wieder passieren?“

In der Kritik stand aber auch die Arbeitsgemeinschaft Martener Vereine. Dass sie das MaVoFe am Sonntag und Montag weiter laufen ließ, stieß vielen sauer auf. Einer der Gründe: „Kirmesbesucher haben in unserer Straße geparkt und haben dann ein bisschen Katastrophe geguckt“, rief eine der vom Hochwasser Betroffenen.

Viele der Fragen drehten sich aber auch um das Thema „Wer kommt für die Kosten auf, die ich durch das Wasser in Keller und Wohnung habe?“ Rechtsanwalt Manfred Hüttemann erklärte, dass die Hauseigentümer zwar für die Schäden an der Bausubstanz gerade stehen müssen, nicht aber für Schäden am Mobiliar. Die müssten die Mieter tragen.  Allerdings sei Mietminderung angebracht, wenn die Wohnung wegen der Wasserschäden teilweise oder ganz nicht zu nutzen sei. 

Heute Abend beginnt um 19 Uhr in der Gaststätte „Zum Treffpunkt“, Vorstenstraße 1, eine Infoveranstaltung, in der ein Rechtsanwalt Chancen und Risiken einer Sammelklage gegen die Emschergenossenschaft darlegen wird.

Die evangelische Elias-Gemeinde lädt für Sonntag (10.8.) zu einem Gottesdienst für Opfer und Helfer des Unwetters in den westlichen Ortsteilen mit dem Thema „Risse in der Seele“ ein. Nachdem die gröbsten Schäden beseitigt sind, möchte die Elias-Gemeinde nun Hilfe für die seelische Bewältigung der Geschehnisse leisten. Der Gottesdienst wird geleitet von Pfarrer und Notfallseelsorger Gerrit Funke und beginnt um 10.30 Uhr in der Immanuel-Kirche Marten, Bärenbruch 17.

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