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Bürgerinitiative hält Kostenrechnung für unrealistisch

Musikzentrum

Beim Geld hört die Freundschaft auf. Demnach werden städtisches Kulturbüro und Bürgerinitiative sicherlich keine Freunde. Während die Stadt überzeugt ist, das Musikzentrum im Kostenrahmen bauen zu können, glaubt die Initiative an drastischen Mehrkosten.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 27.05.2012

A4-Ausdrucke, zusammengeklebt und auf Pappe fixiert mit weißem Klebeband. Gegenüber den Hochglanzdrucken der renommierten Architekten hatte die Bürgerinitiative „Bürgerbegehren Musikzentrum“ optisch keine Schnitte. Sie wollen auch mit Inhalten überzeugen. Mit der Kostenfrage. „Man muss alle Kosten darstellen“, so Volker Steude, Sprecher der Initiative gestern im Rathaus. Die Angaben der Stadt hält er für falsch – mehr noch, er hält sie für absichtlich falsch. „Das ist Irreführung der Bürger. Das ist ein Skandal“, so Steude. Kulturdezernent Michael Town-send weist die Vorwürfe weit von sich. Zahlenspiele 2,4 Millionen Euro zahle die Stadt für das Musikzentrum – ein Bau im Wert von 33 Millionen Euro. „Die Frage ist doch, ob wir uns das leisten können, uns das nicht zu leisten“, sagt SPD-Fraktionschef und Musikzentrum-Fan Dieter Fleskes. Das Projekt werde mit mehr als 90 Prozent gefördert, die Betriebskosten seien mit 650000 Euro gedeckelt. Was spricht gegen einen Bau? Wenn Volker Steude anfängt zu rechnen, sehen die Zahlen anders aus. Am deutlichsten wird das bei den Betriebskosten.Fakten-Check Statt 650000 Euro sollen es 2,1 Millionen Euro sein, die jährlich den Etat belassen. Der Grund: Steude hat Zinsen, Kosten für Instandhaltung und Abschreibungen hinzugerechnet. Zudem sei die Übernahme der Jahrhunderthalle ein Kostenfaktor, und auch die Parkplatzfrage sei nicht zu unterschätzen. Allein dafür tauchen in Steudes Rechnung 1,8 Millionen Euro auf. Fazit: Alles viel teurer. Daher müsse der Bürger darüber entscheiden. 1000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren hat er in der Schublade. Weitere Listen liegen aus. „Hochgerechnet haben wir 3000“, sagt Steude. Das Begehren braucht drei Mal so viele Unterschriften. Keine halbe Stunde stehen die Schilder der Initiative auf dem Rathausflur neben den Entwürfen der Architekten. Dann müssen sie weggeräumt werden. Zurück bleibt ein Wirrwarr mit vielen Zahlen.