Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bürgerwohnung übernimmt Grabpflege

Erinnern an Zwangsarbeiter

Der alte Friedhof am Kirchlinder Berg hat seit geraumer Zeit wieder eine Funktion: Er dient Hain-Bestattungen. Auf diesem Friedhof ruhen auch Menschen, die Opfer des Nationalsozialismus waren. Nur gibt es keine Angehörigen, die sich um die Gräber kümmern.

WESTERFILDE

21.11.2014
Bürgerwohnung übernimmt Grabpflege

Dorothea Moesch (2.v.l.) und ihre Mitstreiter an einem Grab auf dem alten Friedhof am Kirchlinder Berg.

Vor einiger Zeit erfuhren die Besucherinnen und Besucher der Westerfilder Bürgerwohnung davon und stellten bei einem Besuch fest, dass diese Gräber kaum gepflegt wurden. „Die Verschleppten hatten ja schließlich auch keine Familie oder Freunde in der Nähe, die ihr Gedenken bewahren konnten“, sagt Dorothea Moesch, die die Bürgerwohnung betreibt.

„Aber das wollte, gerade auch aus Respekt gegenüber diesen Menschen, unsere Gruppe nicht weiter hinnehmen.“ Schnell stand der Entschluss die Gräber zu pflegen. „Zweimal pro Jahr, einmal im Frühjahr und vor dem Volkstrauertag im November, wollen wir uns darum kümmern“, berichtet Moesch. Neben deutschen Zwangsarbeitern gibt es auf dem Friedhof auch Gräber von anonym bestatteten Fremdarbeitern. Sie wurden ihrer Heimat entrissen, anonym beerdigt und dem Vergessen preisgegeben. „Sie sollen nun ein würdiges Andenken finden“, wünscht sich Moesch. Die Gruppe, die die Grabpflege übernimmt, setzt sich aus Bürgerwohnungs-Nutzern verschiedenen Alters, vom Schüler bis zum Familienvater zusammen. Auch kommen die Helfer aus den unterschiedlichsten Ländern, da das Bürgerhaus, unter anderem mit Sprachkursen, viel für die Integration tut. Und so sind es nun Menschen kurdischer, armenischer und deutscher Herkunft, die gemeinsam für ein würdiges Andenken an die zu Tode gekommenen Zwangsarbeiter sorgen.

Schlagworte: