Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Bundesanwaltschaft: Becker mitschuldig an Buback-Mord

Stuttgart (dpa) Die Bundesanwaltschaft hält die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker für mitschuldig am Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977. «Sie ist schuldig - das steht für uns fest».

Bundesanwaltschaft: Becker mitschuldig an Buback-Mord

Die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker mit ihrem Anwalt Walter Venedey. Foto: Bernd Weißbrod/Archiv

Das sagte die Anklagevertreterin Silke Ritzert am Dienstag im Plädoyer der Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht Stuttgart.

«Wir nehmen der Angeklagten ihre Behauptung "Ich war nicht dabei" nicht ab», sagte Ritzert. Becker hatte in einer Erklärung vor Gericht jede Beteiligung an dem Mordanschlag bestritten. Genauere Angaben zur Art der angeblichen Beteiligung machte Ritzert zunächst nicht. Sie verwende den Begriff der «Beteiligung» bewusst als Oberbegriff, der sowohl Täterschaft als auch Beihilfe umfasse. Zur genauen rechtlichen Einordnung wollte sie erst zum Schluss des Plädoyers kommen, das voraussichtlich bis zum frühen Abend dauern soll. Die Bundesanwaltschaft gehe aber nicht davon aus, dass Becker unmittelbar als Schützin an dem Attentat beteiligt war.

Die Beweisaufnahme habe die Frage, wer geschossen hat, nicht beantworten können, hatte zuvor Bundesanwalt Walter Hemberger vorgetragen. «Es gibt keine belastbaren Hinweise, die auch nur ansatzweise auf eine unmittelbare Täterschaft als Schützin hindeuten könnten.»

Weder gebe es Zeugen, welche die unmittelbaren Täter erkennen konnten, noch gebe es objektiv Beweismittel wie DNA-Spuren, die eine Identifizierung ermöglichen würden, sagte Hemberger. «Wir können uns keinen Tatzeugen herbeizaubern, auch wenn sich einige mehr als zweifelhafte Tatzeugen selbst herbeigezaubert haben.»

Am Donnerstag und Freitag soll der Sohn des Opfers, Nebenkläger Michael Buback, seine Sicht der Dinge darlegen. Das Gericht will am 6. Juli ein Urteil verkünden.

Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft zur Anklageerhebung

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Politik

Schweineblut-Legende: Entsetzte Reaktionen auf Trump-Tweet

Washington (dpa) Die Toten von Barcelona waren noch nicht gezählt, da twitterte Trump los. Unter Verweis auf eine nachgewiesen unwahre Legende legte der US-Präsident die Exekution und religiöse Demütigung muslimischer Gefangener nahe. Ein neuer Tiefpunkt?mehr...

Sonntagabend

Schulz gegen Merkel: Mögliche Themen im TV-Duell

BERLIN Kanzlerkandidat Martin Schulz und seine SPD liegen in Umfragen weit hinter Amtsinhaberin Angela Merkel und der Union. Das TV-Duell am Sonntagabend (20.15 Uhr) könnte den Umschwung bringen. Diese Aspekte dürften beim Aufeinandertreffen eine Rolle spielen.mehr...

Politik

Prozess gegen Bruder des Attentäters von Toulouse

Paris (dpa) Gut fünfeinhalb Jahre nach der islamistischen Mordserie von Toulouse beginnt heute der Prozess gegen den Bruder des Attentäters. Dem 35-jährigen Abdelkader Merah wird Beihilfe zu Morden und Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.mehr...

Politik

Paris: Kampf gegen Terror "erste Priorität" der Außenpolitik

Paris (dpa) Präsident Macron wirbt in einer außenpolitischen Grundsatzrede für eine starke Rolle Frankreichs in der Welt. Im Syrienkonflikt will Paris mit einem neuen Gesprächsformat Impulse setzen.mehr...

16. Todesopfer

Deutsche stirbt nach Anschlag in Barcelona

Barcelona Zehn Tage nach dem Anschlag in Barcelona ist eine Deutsche ihren Verletzung erlegen. Sie ist damit das 16. Todesopfer, fünf weitere Menschen befinden sich in kritischem Zustand. Hunderttausende zogen am Samstag durch die Straßen Barcelonas, erstmals in der spanischen Geschichte war ein König an der Spitze einer derartigen Kundgebung.mehr...

Politik

18-Jähriger gesteht Messerattacke in Finnland

Helsinki (dpa) Ein 18-Jähriger Marokkaner hat seinem Anwalt zufolge gestanden, am Freitag in der finnischen Stadt Turku auf mehrere Menschen eingestochen zu haben. Das berichtete der finnische Rundfunk YLE.mehr...