Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Bundesbürger sehen Wölfe positiv, fürchten aber auch Risiken

Berlin. In Märchen wie dem vom Rotkäppchen hat der Wolf nicht das beste Image. Und fast jeder dritte Bundesbürger würde sich nicht in einen Wald wagen, in dem Wölfe leben könnten. Die meisten sind aber aufgeschlossen gegenüber den Tieren, wie eine Umfrage zeigt.

Bundesbürger sehen Wölfe positiv, fürchten aber auch Risiken

Ein Wolf steht in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide. Foto: Patrick Pleul/Illustration

Die Mehrheit der Bundesbürger (79 Prozent) findet es erfreulich, dass der Wolf wieder Teil der Natur ist. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu).

Die Tiere gehören demnach für viele Menschen ebenso zur Landschaft wie Füchse, Rehe oder Biber. Ein Teil sieht aber auch Risiken. „Auch wenn es von Teilen der Politik, der Bauern- und Jagdlobby immer wieder Stimmungsmache gegen den Wolf gibt, bleibt das Klima für den Wolf 18 Jahre nach seiner Rückkehr gut“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Der Umfrage zufolge geht fast jeder zweite Befragte (47 Prozent) davon aus, dass die Rückkehr des Wolfes Risiken birgt. Etwa jeder Dritte (30 Prozent) hätte in einem Gebiet mit Wolfsvorkommen Angst, in den Wald zu gehen und eine Mehrheit von 64 Prozent spricht sich dafür aus, einzelne Wölfe, die Probleme verursachen, notfalls auch zu töten.

Bewohner einzelner Bundesländer mit Wolfsvorkommen sehen manche Fragen kritischer als der Bundesdurchschnitt. So stimmen in Sachsen (79 Prozent) die bundesweit meisten Befragten einer Tötung im Notfall zu. Und in Niedersachsen (61 Prozent) rechnen die Menschen am ehesten mit Risiken durch Wölfe.

Die Umfrage zeigte keine wesentlichen Unterschiede in den Einstellungen zu Wölfen zwischen Stadt- und Landbevölkerung, jedoch zwischen älteren und jüngeren Menschen: Befragte über 60 Jahren stehen den Tieren kritischer gegenüber als jüngere.

Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgestorben. Im Jahr 2000 kamen die ersten Wölfe dauerhaft zurück und sind jetzt in mehreren Bundesländern, vor allem Niedersachsen und in Ostdeutschland, heimisch. Genaue Zahlen gibt es nicht. Experten schätzen, dass 150 bis 160 erwachsene Tiere und insgesamt etwa 800 Wölfe hier leben. Tendenz steigend.

Wölfe jagen - nicht nur Wild, sondern auch Schafe und andere Nutztiere. Sie haben keine Fressfeinde. 2016 wurden über 1000 Nutztiere durch Wölfe getötet oder verletzt. Vor allem Schafe und Ziegen werden gerissen, aber auch Rinder.

Der Wolf ist streng geschützt. Er darf deshalb in Deutschland nicht gestört, gefangen oder getötet werden. Ausnahmen kann es für „Problemwölfe“ geben, wenn sie Herden reißen oder dem Menschen zu nahe kommen - sie dürfen abgeschreckt oder getötet werden.

SPD und Union wollen die EU auffordern, den Schutzstatus des Wolfs zu überprüfen, „um die notwendige Bestandsreduktion herbeiführen zu können“, heißt es im Koalitionsvertrag. Der Nabu spricht sich dagegen aus. „Für Ausnahmefälle wie beispielsweise beim Umgang mit Wölfen, die unerwünschtes Verhalten zeigen, reichen die bestehenden gesetzlichen Regelungen aus, um - wenn erforderlich - auch den gezielten Abschuss eines Wolfs anzuordnen“, sagt Nabu-Wolfsexperte Markus Bathen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wissenschaft

Morgens wird eher analytisch getwittert, abends emotional

Bristol. US-Präsident Trump mit seinen morgendlichen Twittersalven scheint eine Ausnahme zu sein: Einer groß angelegten Auswertung von Tweets zufolge denken die meisten Menschen in den frühen Morgenstunden nämlich eher analytisch und kühl, während sie erst abends emotional und impulsiv werden.mehr...

Wissenschaft

Steigender Meeresspiegel bedroht Statuen auf der Osterinsel

Santiago de Chile. Mit ihren jahrhundertealten Steinfiguren mutet die Osterinsel mitten im Pazifik als verwunschenes Reiseziel an. Doch viele dieser Moai an der Küste sind gefährdet, denn mit steigendem Meeresspiegel nähert sich Wasser dem Unesco-Welterbe. Für Schutzmaßnahmen fehlt aber Geld.mehr...

Wissenschaft

Astronautennahrung für Kühe könnte die Umwelt schonen

Potsdam. Industriell hergestelltes Proteinpulver könnte den irrsinnigen weltweiten Flächenverbrauch für Viehfutter eindämmen. Auch der Ausstoß von Treibhausgasen könnte deutlich sinken. Entwickelt wurde das Mikrobenprotein aber nicht für die Mägen von Kühen.mehr...

Wissenschaft

Mortler: Nasenspray könnte Zahl der Drogentoten senken

Berlin. Die Zahl der Drogentoten in Deutschland könnte aus Sicht der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) mit Hilfe eines Notfallmedikaments gesenkt werden. Sie setze „große Hoffnungen“ in das Mittel Naloxon als Nasenspray, um Leben zu retten, erklärte Mortler.mehr...

Wissenschaft

WWF: Zahl der Jaguare in Mexiko hat zugenommen

Mexiko-Stadt. In Mexiko gibt es wieder mehr Exemplare der stark bedrohten Jaguare (Panthera onca). Derzeit gebe es rund 4800 der Tiere in dem lateinamerikanischen Land, erklärte die Umweltorganisation WWF in einer Mitteilung.mehr...