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Bundestagsabgeordneter Axel Schäfer verbrachte eine Woche bei der Caritas

Praktikum statt Politik

Axel Schäfers Woche begann im Gefängnis. „Ein seltsames Gefühl, wenn hinter einem ständig die Tür verriegelt wird“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete. Am Dienstag war es damit aber auch schon wieder vorbei. Diesen Tag verbrachte Schäfer im Hospiz St. Hildegard. Als Praktikant.

BOCHUM

von Ruhr Nachrichten

, 13.08.2010
Bundestagsabgeordneter Axel Schäfer verbrachte eine Woche bei der Caritas

Der Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer (SPD) verbrachte eine Woche bei der Caritas.

Seit 13 Jahren sucht sich der Politiker jedes Jahr ein Bochumer Unternehmen aus und fragt, ob er dort eine Woche lang mit anpacken darf. Diesmal hatte er sich für den Caritasverband Bochum entschieden.

Neben dem Hospiz und der Straffälligenhilfe SKM besuchte Schäfer auf seiner Praktikumstour in dieser Woche auch noch das Blomenberghaus – eine stationäre Einrichtung für abhängigkeitskranke Menschen – und „Neue Wege“, eine Beratungsstelle gegen Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellen Missbrauch von Kindern. „Das Programm war sicher sehr intensiv“, sagt Caritasdirektor Ulrich Kemner. „Wir haben für das Praktikum von Herrn Schäfer Bereiche ausgewählt, die Menschen in ganz existenziellen Situationen betreffen, weil diese Felder oft gar nicht so bekannt sind. Dabei sind gerade diese Bereiche oft auf Unterstützung angewiesen.“

Axel Schäfer zeigte sich beeindruckt von dem, was er an den fünf Tagen in den unterschiedlichen Einrichtungen erlebte. „Den Wert der Arbeit, die dort geleistet wird, kann man gar nicht hoch genug einschätzen“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Als Vollzeit-Politiker müsse man sich für die konkreten Probleme immer wieder sensibilisieren. In der JVA Bochum lernte Schäfer bei seinem Praktikum unter anderem die Vater-Kind-Gruppe kennen, in der Kinder unter pädagogischer Begleitung Zeit mit ihren inhaftierten Vätern verbringen können. „Ich wusste vorher gar nicht, dass es sowas gibt.“ Mit einem Betreuer des Blomenberghauses räumte Schäfer die verwahrloste Wohnung eines Bewohners aus, um die geliebten Bücher des Mannes zu retten. „Er hat sich wahnsinnig gefreut.“

In der Beratungsstelle „Neue Wege“ durfte der Politiker an einer Diskussion über die Rückfallvorbeugung für jugendliche Sexualstraftäter teilnehmen. „Er hat sich da mit klugen Fragen sehr gut eingebracht“, berichtet der zuständige Abteilungsleiter Werner Meyer-Deters. Schäfer wiederum ist dankbar für die Einblicke, die er gewonnen hat. „Die Vorbereitungen der Caritas waren hervorragend. Die Mitarbeiter sind sehr offen auf mich zugegangen.“