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Bundeswehr auf Berufsmesse sorgt weiter für Streit

Parteien gegen Kompromiss

Die Einladung der Bundeswehr zur Teilnahme an der Berufsbildungsmesse am 9. und 10. Oktober im Ruhrcongress sorgt weiter für Streit. Der Ältestenrat der Stadt hatte sich zuletzt auf einen Kompromiss verständigt, der vorsieht, dass die Bundeswehr auf der Messe nur für ihre zivilen Ausbildungsberufe werben darf. Das finden nicht alle gut.

BOCHUM

von Von Marcel Mund

, 10.09.2013
Bundeswehr auf Berufsmesse sorgt weiter für Streit

Die Bundeswehr wird in diesem Jahr nur mit einem kleineren Stand auf der Berufsmesse vertreten sein.

Die Bundeswehr habe sich bereits damit einverstanden erklärt und werden nur mit einem kleinen Stand vor Ort sein, teilten die Grünen mit. „Uns war wichtig, dass bei den zum Teil noch 14-jährigen Messebesuchern nicht der Eindruck erweckt wird, die Bundeswehr sei eine Art Abenteuerausbildungscamp“, so der Vorsitzender der Grünen-Ratsfraktion, Wolfgang Cordes.Doch nicht alle Parteien zeigen sich mit dem Kompromiss im Ältestenrat einverstanden. So wendet sich beispielsweise die Soziale Liste weiterhin entschieden gegen einen Stand der Bundeswehr auf der Messe. Eine Trennung von Zivilberufen und Militär sei nicht möglich, sagte der Ratssprecher der Soziale Liste, Günter Gleising. Die ebenfalls geplante Podiumsdiskussion der Bundeswehr unter anderem mit Vertretern der Friedensbewegung sei „eine reine Feigenblattfunktion“.

Auch die Linke spricht sich weiterhin gegen einen Stand der Bundeswehr auf der Messe aus. „Ich habe im Ältestenrat der Stadt Bochum dem Auftritt der Bundeswehr auf der Berufsbildungsmesse nicht zugestimmt“, sagte der Linken-Fraktionsvorsitzende Uwe Vorberg. Für ihn und die linke Ratsfraktion gelte weiterhin, dass Jugendliche nicht dem Werben der Bundeswehr ausgesetzt werden sollten.„Das gilt vor allem für die Hauptzielgruppe der Berufsbildungsmesse, Schüler der 8. und 9. Klassen, die in der Regel zwischen 14 und 16 Jahre alt sind“, so Vorberg. Einer Diskussionsveranstaltung zwischen Vertretern der Bundeswehr und ihren Kritikern während der Berufsbildungsmesse stehe der Fraktionsvorsitzende jedoch positiv gegenüber.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Streit um den Auftritt der Bundeswehr auf der Messe gegeben. Im Stadtrat prallten die gegensätzlichen Auffassungen wiederholt aufeinander und bildeten damit praktisch das Bild vergangener Messen ab. Hier hatte es zunehmend Proteste gegen die Bundeswehr gegeben. Im vergangenen Jahr war die Situation dann eskaliert: hitzige Diskussionen bis hin zum Hausverbot und körperliche Auseinandersetzungen. Jetzt der Kompromiss im Ältestenrat. Dennoch bleibt fraglich, wie friedlich dieser Auftritt von statten gehen wird.