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Bundeswehr kämpft mit neuen Problemen beim Eurofighter

Berlin. 82 Eurofigher-Kampfjets hat Deutschland der Nato für Krisenfälle zugesagt, doch nur ein Bruchteil von ihnen ist derzeit kampfbereit. Warum ist die Ausrüstung der Bundeswehr technisch so marode?

Bundeswehr kämpft mit neuen Problemen beim Eurofighter

„Eurofighter“ im Einsatz: Die Bundeswehr hat nach Medieninformationen massive Probleme mit der r Einsatzbereitschaft ihrer „Eurofighter“. Foto: Petros Karadjias/AP/

Die Bundeswehr hat erhebliche Probleme mit der Einsatzbereitschaft der Eurofighte-Kampfjets. Wegen Schwierigkeiten beim Selbstschutzsystem seien nur rund zehn Jets für echte Einsätze startklar, wie der „Spiegel“ unter Berufung auf interne Berechnungen der Luftwaffe berichtet.

Wegen nicht verfügbarer Bewaffnung könnten derzeit sogar nur vier Jets für reale Missionen eingesetzt werden. Die Bundeswehr bestätigte technische Probleme mit dem Kampfjet, nannte aber aus Geheimhaltungsgründen keine konkreten Zahlen. Die Luftwaffe nannte die Zahlen nicht nachvollziehbar.

Das Problem liegt beim Selbstschutzsystem des Jets, weil laut „Spiegel“ an einem Behälter für Sensoren Kühlflüssigkeit austritt. Der Sensor an den Flügeln warnt die Piloten vor feindlichen Kampfjets und Angriffen. Das Ersatzteil zum Abdichten des Kühlkreislaufs ist demzufolge nicht mehr verfügbar.

Die Probleme mit dem Kühlsystem hoffe man in einigen Wochen bis Monaten in den Griff zu bekommen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. „Das sind vielfältige und komplexe Probleme, denen wir uns gerade ausgesetzt sehen. Die Trendwenden sind eingeleitet, wir brauchen jetzt Zeit und vor allem das Geld dazu, um diese Einsatzbereitschaftslage zu verbessern.“

Der Sprecher betont aber, dass man Momentaufnahmen zur Einsatzbereitschaft unterscheiden müsse von den Verpflichtungen, die man gegenüber Bündnispartnern gemacht habe. Deutschland hat der Nato 82 Eurofighter für Krisenfälle zugesagt. Die Luftwaffe könne ihren Einsatzverpflichtungen nachkommen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Der Eurofighter gilt schon lange als Sorgenkind der Luftwaffe. Noch sind nicht alle bestellten Maschinen ausgeliefert. Dem Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft vom März 2018 zufolge wird der Jet unter anderem wegen des Mangels an Bauteilen um 6,7 Milliarden Euro teurer als dem Parlament ursprünglich zugesagt. Nur 39 der 128 Jets waren dem Bericht zufolge damals einsatzbereit.

Ein Sprecher der Luftwaffe nannte die kursierenden Zahlen nicht nachvollziehbar. Die Luftwaffe nehme derzeit etwa mit sechs Eurofightern an einer Übung in den USA teil, die ein Einsatzszenario abbilde, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Daneben stelle in Deutschland eine Alarmrotte von acht Eurofighter-Maschinen die Luftraumüberwachung sicher, auch diese Flugzeuge könnten ihre Aufgaben „voll wahrnehmen“.

Für den FDP-Abgeordneten Marcus Faber verdeutlicht die Ersatzteilproblematik beim Eurofighter den Reformbedarf des ganzen Beschaffungswesens. „Es ist ein Skandal, dass Ersatzteile wie beispielsweise Dichtungen nicht mehr bevorratet werden, und eine Abstützung auf die Industrie auch nicht mehr greifen kann“, betonte er. „Die Bundeswehr braucht nicht einfach nur mehr Geld, sondern ein Umdenken im Beschaffungswesen, inklusive bei der Bewirtschaftung.“

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