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CO2-Ziel liegt gut im Plan

BOCHUM Bochum hat die besten Aussichten, die Ziele des Klimabündnisses zu erreichen. In einigen Bereichen liegt man schon deutlich unter der CO2-Margen.

von von Joachim Stöwer

, 07.12.2007

"Bochum steht gut da", fasst der städtische Energieberater Dr. Hans-Friedrich Hinrichs die Zwischenbilanz zusammen. Von 1990 bis 2005 hat sich der Kohlendioxid-Ausstoß um 19 Prozent - von über 5 Mio. Tonnen auf 4 Mio. Tonnen reduziert (bundesweit betrug die Verringerung 18 Prozent).

Vor allem bei Industrie und Gewerbe, die für 51 Prozent der Emissionen verantwortlich sind, konnten deutliche Verbesserungen registriert werden. Noch besser präsentieren sich in der Bilanz die Haushalte (25 Prozent Anteil) - "hier haben wir schon die Zielvorgabe für 2010 erreicht", freut sich Hinrichs. Ein bisschen getrübt wird die positive Bilanz durch den CO2-Anteil beim Verkehr, und auch hinter der eigenen Haustür muss die Stadt die Anstrengungen verstärken.

Stadt hinkt hinterher

Der CO2-Ausstoß durch städtische Gebäude - er macht allerdings nur 3 Prozent der Gesamtmenge aus - ist in den letzten zwei Statistik-Jahren um satte 21 Prozent gestiegen. "Eine schallende Ohrfeige für die Stadtverwaltung, kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Lothar Gräfingholt die Zahl. Das könne unmöglich allein an den Neubauten für die Ganztagseinrichtungen liegen.

Auch Hinrichs muss einräumen, dass "die Sanierung öffentlicher Gebäude eine vordringliche Aufgabe ist." Größter Energiefresser ist seit Jahren das Rathaus. Dafür wird in Kürze ein Sanierungskonzept durch die Zentralen Dienste erwartet. Auch bei der Straßenbeleuchtung steht eine Revision ins Haus. Hinrichs sagt: "Wir müssen weitere Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs analysieren."

Dazu weist Umweltamtsleiter Gerd Zielinsky (Foto) bei der negativen städtischen Bilanz auch auf die Umstellung bei der Abrechnung hin: "Viele Titel sind früher als Haushaltsgebäude abgerechnet worden und fallen jetzt in die Statistik als städtische Gebäude." Deshalb müsse man die Zahlen neu gewichten.

50 Prozent weniger

Immerhin aber im Gesamtbild "machen wir Fortschritte", bekräftigt der Energieberater. Die sind auch notwendig, will man die hoch gesteckten Ziele des Ratsbeschlusses zum Klimabündnis erreichen: eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von 1990 bis 2019 um 50 Prozent; deutschlandweit werden bis 2020 nur 40 Prozent angestrebt.