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Cambridge Analytica macht nach Facebook-Datenskandal dicht

New York. Die Experten von Cambridge Analytica galten einst als Datenzauberer hinter dem Wahlsieg Donald Trumps. Doch dann löste die Firma den aktuellen Facebook-Datenskandal aus - und der brach ihr das Genick. Das Top-Personal macht aber wohl bei einem neuen Unternehmen weiter.

Cambridge Analytica macht nach Facebook-Datenskandal dicht

Büros der Firma Cambridge Analyticain London befinden. Foto: Kirsty O'connor/PA Wire

Die wegen des Facebook-Skandals umstrittene Datenanalysefirma Cambridge Analytica ist insolvent. Cambridge Analytica und die britische Dachgesellschaft SCL Group hätten Insolvenz beantragt, teilten die Unternehmen mit.

Die Medienberichte über die Firma hätten praktisch alle Kunden vertrieben, hieß es zur Begründung. Die finanzielle Lage sei „prekär“.

Cambridge Analytica hatte von einem Cambridge-Professor Daten von Millionen Facebook-Nutzern erhalten, die er über eine Umfragen-App gesammelt hatte. Dabei hatten nur einige hunderttausend Nutzer an der Umfrage teilgenommen. Die restlichen Informationen stammten von Facebook-Freunden der Umfrageteilnehmer, zu deren persönlichen Daten die App nach damaliger Funktionsweise des Online-Netzwerks auch Zugang hatte.

Unklar bleibt aber, was aus den bei Cambridge Analytica entwickelten Algorithmen und den daraus gewonnenen Persönlichkeits-Profilen wird, die auch auf der Basis der Daten von über 87 Millionen Facebook-Anwendern gewonnen wurden. Der Sender NBC berichtete, Cambridge-Analytica-Investorin Rebekah Mercer und diverse Top-Manager des Unternehmens seien bereits kurz vor Ausbruch des Skandals bei einer neuen Datenanalyse-Firma mit dem Namen Emerdata an Bord gegangen. Darunter sei der Technologie-Chef von Cambridge Analytica, Alexander Tayler. Die Firma sei in New York an derselben Adresse wie die dortige Filiale von Cambridge Analytica angemeldet worden.

Rebekah Mercer leitet die konservative Mercer-Stiftung. Zusammen mit ihrem Vater, dem Milliardär Robert Mercer, gehörte sie zu den einflussreichsten Unterstützern von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2016.

In Großbritannien stieß die Insolvenz auf große Skepsis. Der Firma dürfe nicht erlaubt werden, „die Geschichte ihrer Daten durch Schließung zu löschen“, teilte der Vorsitzende des britischen Parlamentsausschusses für Digitales und Medien, Damian Collins, mit.

Die Abgeordnete der oppositionellen Labour-Partei, Mary Creagh, schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: „Abscheulich. Insolvenz wird genutzt, um Illegalität zu verschleiern.“ Die britische Datenschutzbehörde ICO (Information Commissioner's Office) betonte, die Ermittlungen in dem Fall gründlich fortzusetzen.

Besonders für Facebook entwickelte sich die Daten-Affäre zu einem PR-Debakel. Das Netz hatte die Schlupflöcher bereits 2014 dichtgemacht und die Weitergabe der Daten durch den Professor als „Vertrauensbruch“ bezeichnet. Dennoch stürzte der Fall auch Facebook in eine Krise und brachte das weltgrößte Online-Netzwerk unter anderem dazu, den Zugang von Software-Entwicklern zu Nutzerinformationen einzuschränken.

Nach Einschätzung von Facebook könnten Daten von bis zu 87 Millionen Mitgliedern weltweit betroffen sein. Cambridge Analytica erklärte, Informationen zu 30 Millionen Nutzern erhalten zu haben.

Das in Verruf geratene Unternehmen beurlaubte im Zuge des Skandals Firmenchef Alexander Nix, nachdem er vor der versteckten Kamera eines Journalisten mit Methoden wie Erpressung von Wahlkandidaten geprahlt hatte. Nix sagte später zu seiner Verteidigung, er habe nur bei der Unterhaltung „mitgespielt“.

Die Firma hatte im Wahlkampf um das US-Präsidentenamt für das Team von Donald Trump gearbeitet, behauptet aber, dabei seien keine Daten von Facebook verwendet worden. Manager von Cambridge Analytica ließen zugleich immer wieder durchblicken, ihre Hilfe bei der gezielten Wähleransprache im Internet habe zu Trumps Wahlsieg beigetragen.

Am Mittwoch bekräftigte Cambridge Analytica, das Unternehmen habe im Rahmen der Gesetze gehandelt, die Vorwürfe seien falsch.

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