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Cannabis in der Abstellkammer angebaut

Drogenabhängiger erhält Bewährung

Ausgerechnet im Schatten des Landgerichtsgebäudes setzte ein drogenkranker Bochumer vor acht Monaten auf den grünen Daumen. Der 34-Jährige bewirtschaftete in der Abstellkammer seiner City-Wohnung eine mächtige Cannabis-Plantage. Gestern wurde er verurteilt.

BOCHUM

von Von Werner von Braunschweig

, 18.08.2010
Cannabis in der Abstellkammer angebaut

Das Schöffengericht verhängte gegen den „Cannabis-Gärtner“ wegen illegalen Drogenanbaus 18 Monate Haft auf Bewährung. Obendrein muss der seit fast 20 Jahren Drogenabhängige eine stationäre Therapie machen.

Gelingt ihm das nicht, muss der vom jahrelangen Drogenkonsum (Marihuana, Ecstasy, Amphetamine, LSD, Heroin) sichtbar gezeichnete Mann schlimmstenfalls doch noch ins Gefängnis einrücken. Am 2. Januar hatten Polizeibeamte die Stadtwohnung des 34-Jährigen durchsucht und dabei acht bis zu einem halben Meter große Cannabis-Pflanzen plus 13 Setzlinge vorgefunden.  

Die Fährte zu der illegalen Aufzucht hatte der Bochumer sogar selbst gelegt: Er war einige Tage zuvor von Polizisten dabei beobachtet worden, wie er in einem Szene-Laden in der Innenstadt eine Packung Dünger für Cannabis-Pflanzen eingekauft hatte. Die Beamten wurden dadurch hellhörig und besorgten sich einen Durchsuchungsbeschluss. Doch auch der 34-Jährige ließ danach nicht locker: Als sieben Wochen später nach einem Notruf bei ihm zu Hause erneut durchsucht wurde, hatten sich bereits wieder fünf große Cannabis-Pflanzen in seiner Wohnung angesammelt. Im Prozess legte der mehrfach vorbestrafte Angeklagte sofort ein Geständnis ab. „Ich wollte mich von der Szene abkapseln“, sagte er.  

Die Pflanzen hätten einzig seinen eigenen Bedarf decken und seine Schmerzen lindern sollen. „Es war auch ein schönes Hobby“, gab der 34-Jährige zu. „Aber nicht jedes Hobby ist erlaubt“, so Richter Dr. Axel Deutscher. Die vorgefundenen Cannabis-Mengen waren von herausragend guter Qualität und hätten eine Ernte von rund 800 Gramm eingebracht.