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68-Jähriger zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt

Streit vor der Moschee

Nach dem blutigen Streit vor einer Moschee an der Bodelschwingher Straße ist ein gläubiger Moslem am Montag zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden - wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte hatte einen anderen Gläubigen angegriffen und schwer verletzt.

CASTROP-RAUXEL

von Von Kaspar Kamp

, 04.06.2012
68-Jähriger zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt

„Auch, wenn er erklärt hat, dass er den Tod des Opfers nicht wollte, so sind wird da doch anderer Meinung“, sagte Richter Wolfgang Meyer, Vorsitzender des Dortmunder Schwurgerichts. „Es war nur dem Zufall überlassen, welche Stiche wo und wie tief im Oberkörper eindrangen.“  Der Angeklagte hatte am 28. November 2011 nach dem Nachtgebet seinen Kontrahenten mit einem spitzen Schraubendreher angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Grund für die Attacke vor der Moschee war ein Streit Stunden zuvor - beim Morgengebet.

Weil der Imam am frühen Morgen nicht erschienen war, wollte der 73-Jährige mit der Zeremonie beginnen. Ein eigentlich üblicher Vorgang. Trotzdem hatte dies der Angeklagte seinem langjährigen Freund lautstark verboten. Daraufhin bezeichnete der 73-Jährige das Verhalten des Angeklagten als „unehrenhaft und unmoralisch“. „Durch diese Worte fühlte sich der Angeklagte in seiner Ehre verletzt. Allerdings ging er von einem falschen Ehrgefühl aus“, erklärte Richter Meyer.

Nach dem Nachtgebet wollte der Angeklagte vor der Gemeinde eine Aussprache, aber der 73-Jährige wich aus – und die Situation eskalierte. Vor der Moschee stach der 68-Jährige mindestens sieben Mal auf seinen Kontrahenten ein. Manche Stiche gingen bis zu zehn Zentimeter tief. Selbst als der 73- Jährige blutend am Boden lag, stach der Angeklagte weitere drei Mal zu. Anfangs sprach der 68-Jährige noch von einer Notwehr-Situation. Am Montag revidierte er seine Aussage und gestand die Tat. „Wäre diese Sinneswandlung nicht erfolgt, wäre das Strafmaß höher ausgefallen“, betonte Meyer. „Aber wenn er sich auch bei seinem Opfer entschuldigt oder Schmerzensgeld gezahlt hätte, wäre die Strafe dagegen geringer ausgefallen“, so Meyer weiter.

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