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Ärzten wird auf die Finger geschaut

Krankenhaushygiene

Sie geht mit einer Schwarzlampe auf die Jagd nach Keimen und bittet selbst Chefärzte und Oberärzte regelmäßig zu Schulungen. "Wir haben ein intensives Hygienemanagement", sagt Gudrun Bulka. Seit 2001 ist sie Hygiene-Fachkraft im St. Rochus-Hospital.

CASTROP-RAUXEL

von Von Peter Wulle

, 26.08.2010

Nach dem Tod von drei Babys in dem Mainzer Universitätsklinikum ist die Frage akut: Wie gefährlich ist die Keimbedrohung in unseren Krankenhäusern? "Wir tun, was wir können", erklärt Gudrun Bulka „aber eine 100-prozentige Sicherheit gibt es letztlich nicht.“ So sieht es auch Prof. Dr. Eckhard Müller, Vorsitzender der Hygienekommission der evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel: „Wir wollen und dürfen nicht verneinen, dass es Krankenhausinfektionen gibt. Nur ein Drittel dieser Infektionen gilt als vermeidbar. Dem müssen wir uns stellen und daran müssen wir auch kontinuierlich arbeiten, um für unsere Patienten zu jedem Zeitpunkt ein Höchstmaß an Sicherheit zu schaffen.“Nur ein Drittel der Infektionen gilt als vermeidbar

Da man die Keime nicht sehen könne, sei die Krankenhaus-Hygiene eine Frage des Bewusstseins. "Die Schaffung eines Bewusstseins für die Problematik ist für mich die wichtigste Maßnahme, um für optimale hygienische Verhältnisse auf unseren Stationen zu sorgen", so Prof. Müller.

Verbrauch von Desinfektionsmitteln viel größer Bei einem Besuch im Rochus-Hospital demonstriert Gudrun Bulka zusammen mit der Auszubildenden Silvia Ruhland, wie sie das richtige Händewaschen kontrolliert. Unter dem Schwarzlicht einer Lampe werden Benetzungslücken auf der Haut sofort sichtbar. Unangemeldet taucht sie mit dieser Lampe immer wieder auf und schaut auch Ärzten auf die Finger. „90 Prozent der Krankheitskeime werden über die Hände übertragen. Deshalb lege ich auf die Desinfektion der Hände großen Wert“, sagt Gudrun Bulka und stellt fest: „Der Verbrauch von Desinfektionsmitteln ist heute viel größer als noch vor einigen Jahren.“

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