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Alle Sirenen in Castrop-Rauxel werden am 6. September heulen

Warntag

Nur kleine Teile des Stadtgebietes können bislang im Ernstfall durch den Einsatz von Sirenen gewarnt werden. Doch die Stadt arbeitet weiter an der Vollabdeckung.

Castrop-Rauxel

von Torben Kassler

, 23.08.2018
Alle Sirenen in Castrop-Rauxel werden am 6. September heulen

Das sind die bisher eingerichteten neun Sirenenstandorte in Castrop-Rauxel. Nach und nach sollen weitere 20 Sirenen im Stadtgebiet installiert werden.

Der 6. September wird in Nordrhein Westfalen zum Warntag. Das heißt, dass alle öffentlichen Sirenen, die der Warnung in Katastrophenfällen, wie zum Beispiel Großbränden, Unwettern oder Industrieunfällen dienen, um 10 Uhr getestet werden sollen.

Mit diesem Test sollen die Bürger auf die Warnsignale vorbereitet werden, damit sie im Ernstfall wissen, was die Signale bedeuten und was zu tun ist. „Wir wollen die Bevölkerung aber auch darauf aufmerksam machen, dass wir bei einem Schadens- oder Katastrophenfall vorbereitet sind“, sagt Markus Schuchardt, Mitglied des Informationsteams der Feuerwehr Castrop-Rauxel, auf Anfrage unserer Zeitung.

Die drei Phasen des Testalarms
  • 10 bis 10.01 Uhr: Zuerst wird ein einminütiger Dauerton zu hören sein. Dieser bedeutet Entwarnung.
  • 10.06 bis 10.07 Uhr: Nach fünfminütiger Pause ertönt eine Minute lang ein auf- und abschwellender Heulton – das ist der Gefahrton.
  • 10.12 bis 10.13 Uhr: Der Test wird beendet durch eine Wiederholung des einminütigen Entwarnungssignals.

Ausbau hat 2016 begonnen

Allerdings ist die Sirenenabdeckung in Castrop-Rauxel längst noch nicht wieder flächendeckend. Bis Ende der 60er-Jahre gab es im Stadtgebiet noch rund 90 Sirenenstandorte, aber nach Ende des „Kalten Krieges“ gab der Bund den Warndienst auf. Seit einiger Zeit wird das Sirenennetz wieder erneuert und ausgebaut, bundesweit und auch in Castrop-Rauxel. Bis 2020 soll vor Ort wieder eine hinreichende Abdeckung der Wohngebiete erreicht werden. Dazu werden nach und nach 29 Sirenenstandorte errichtet. Die Arbeiten dafür haben im Herbst 2016 angefangen.

Zunächst wurden die beiden Sirenenstandorte am Feuerwehrgerätehaus Habinghorst an der Dornbachstraße und an der Wilhelmschule in Dorf Rauxel erneuert. Denn neben dem Aufstellen neuer Sirenen gehört auch die Umrüstung der alten, elektromechanischen Sirenen auf moderne, lautsprecherverstärkte, zum Warnplan. „Unsere neuen Sirenen sind auch ein gutes Mittel, um die Bürger bei Komplettstromausfällen zu warnen. Sie sind mit Akkus ausgestattet, die bis zu 24 Stunden Notstrom liefern“, so Schuchardt.

Ein weiterer Vorteil der modernisierten Sirenen ist, dass nicht mehr wie früher jeden ersten Samstag im Monat getestet werden muss, ob sie funktionieren. Sie sind mit sogenannten DSM-Modulen ausgestattet, die eine automatische Überprüfung aus der Zentrale erlauben. Zudem bieten die Lautsprecher der Sirenen auch die Möglichkeit der Sprachsausgabe. Vor allem bei den Sirenen am Rütgers-Gelände ist das wichtig. So könnten sie im Falle eines Chemieunfalles den Bewohnern genaue Anweisungen, wie „Bitte schließen Sie die Fenster und Türen“ oder „Störfall ist vorbei“ geben.

Alle Sirenen in Castrop-Rauxel werden am 6. September heulen

Getestet wird auch die Sirene auf dem Feuerwehrgerätehaus in Habinghorst.

Neue Sirenen wurden an der Erich-Kästner-Schule an der Lessingstraße, an der Fridtjof-Nansen-Realschule an der Langen Straße, an der Cottenburgschule, an der Lindenschule in der Fühle, an der Martin-Luther-King-Schule an der Bahnhofstraße und an der Hauptwache der Feuerwehr an der Frebergstraße, sowie am Feuerwehrgerätehaus Merklinde an der Wittener Straße aufgestellt.

Alle Sirenen im Kreis Recklinghausen, natürlich auch die in Castrop-Rauxel, kann man auf einer Karte hier nachschauen.

Die nächsten Sirenenstandorte, die eingerichtet werden sollen, sind an der Elisabethschule, an der ehemaligen Grundschule Grüner Weg, an der Waldschule an der Ahornstraße, am Familienzentrum Mikado an der Bodelschwingher Straße, an der Grundschule Am Busch, am Feuerwehrgerätehaus Henrichenburg an der Hedwig-Kiesekamp-Straße, am Adalbert-Stifter-Gymnasium an der Leonhardstraße, an der Marktschule an der Kirchstraße und am Rathaus. „Wir sind jetzt in Jahr zwei der Vier-Jahresfrist und ich kann sagen: Wir liegen gut in der Zeit“, so Schuchardt.

Standortkriterien

Die Standorte wurden nach den Kriterien Bevölkerungsdichte, Art der Bebauung, Vorhandensein gewerblicher Standorte mit erhöhtem Gefahrenpotenzial und öffentlichen Gebäuden, sowie besonderer Verkehrswege ausgewählt. Um die laufenden Kosten gering zu halten und keine Last auf Privatpersonen abzuwälzen, wurden hauptsächlich städtische Gebäude als Sirenenstandort ausgewählt.

Ganz ohne Geld geht so eine Modernisierung aber natürlich auch nicht. Zu Beginn der Modernisierungsmaßnahmen hat das Land NRW eine Anschubfinanzierung bereitgestellt. Für Castrop-Rauxel beläuft sich diese auf 30.000 Euro. Für den kompletten Wiederaufbau des Warnnetzes bis 2020 hat das Land ein Investitionsvolumen von ungefähr 330.000 Euro eingeplant. „Gesteuert wird das zwar vom Kreis Recklinghausen, die Kosten trägt aber die Stadt Castrop-Rauxel selbst“, sagt Maresa Hilleringmann, Pressesprecherin der Stadt.

Da aber auch die 29 Sirenen, die in Castrop-Rauxel geplant sind, nur knapp 90 Prozent der Bevölkerung erreichen werden, stehen der Feuerwehr auch drei mobile Warnsirenen zur Verfügung. „Die werden aber am Warntag jetzt nicht eingesetzt“, so Schuchardt. Dies hat einen ganz einfachen Grund. Bei einem Testlauf der mobilen Sirenen in Bochum, bei dem auch Sprachausgabe Teil des Warnsignals war, sorgte diese für Verwirrung. Eine Flut an aufgeregten Anrufen blockierte die Leitungen der Feuerwehrzentrale. Grund dafür war, dass viele Anwohner die Lautsprecherdurchsagen nicht verstanden hatten und wissen wollten, was denn überhaupt los sei. Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, bleiben die Sirenenwagen am 6. September in der Garage.

Warnung über die Apps NINA und die Cas-App

Außerdem erfolgt eine Warnung, sowohl am Warntag, als auch im Ernstfall, auch über die Meldesysteme des Deutschen Wetterdienstes und des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Dieses System ist sowohl an die eigens dafür entwickelte App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) als auch an die Cas-App gekoppelt. Im Ernstfall kann eine Meldung über ein Großereignis so innerhalb kürzester Zeit von der Einsatzleitung direkt bis in die Tasche der betroffenen Bürger gelangen und diese so sehr schnell gewarnt werden.

Im Gegensatz zum NRW-weit angeordnetem Warntag, der künftig immer am ersten Donnerstag im September stattfinden soll, plant der Kreis Recklinghausen sogar ein halbjährliches Intervall für die Sirenentests. Diese Testläufe sollen auch über die Warn-App NINA angekündigt werden.

Die unterschiedlichen Sirenentöne kann man sich auf der Internetseite des Innenministeriums anhören.

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