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Anwalt zeigt Angriff an

CASTROP-RAUXEL Er ist angeklagt, einen ortsansässigen Rechtsanwalt mehrfach beleidigt, körperlich misshandelt und bedroht zu haben. Der Pizzafahrer war nach eigener Aussage wütend über den Rausschmiss aus der Kanzlei des Klägers.

von Von Gabriele Regener

, 13.08.2008
Anwalt zeigt Angriff an

Die Hauptverhandlung wurde vertagt.

So soll der 37-Jährige sein Opfer im Sommer letzten Jahres vor dem Amtsgericht bespuckt und getreten, ihm sein Fahrrad in die Seite gerammt haben. Ein Vierteljahr später soll er zu später Stunde auf der Dortmunder Straße mit seinem Auto vor dem Anwalt hergefahren sein und ihn zu Vollbremsungen gezwungen haben. Vor Gericht wies der angeklagte Pizzafahrer am Dienstag die meisten Vorwürfe weit von sich. Gab dann aber zu, den Anwalt „geärgert“ zu haben. Als so genannte Strafe für einen Rausschmiss aus dessen Kanzlei, wo er um Beistand bei einer Verhandlung vor dem Bochumer Amtsgericht nachfragen wollte. Er habe keine Erklärung dafür, warum ihm der Jurist die Tür gewiesen habe.

Stattdessen erklärte er mit dieser Begebenheit seine Wut, die sich beim zufälligen Treffen vor dem Gericht allerdings auf verbale Angriffe wie die Drohung: „Sie werden von Gott in die Hölle geschickt“, beschränkt habe. Als der Anwalt dann drei Monate später zufällig nach ihm auf die Dortmunder Straße Richtung Süden bog, sei er zwar langsamer geworden, habe den Mann aber nicht ausgebremst. Stattdessen ist er bis in dessen Wohnstraße vorausgefahren. Um ihn zu ärgern? Sein Zorn wurde von etlichen Informationen geschürt, die er allesamt zufällig erhalten haben will. Von Mitbürgern, die schlechte Erfahrungen mit dem Anwalt gemacht hätten. Wie er selbst! Für den Angeklagten kein Zufall, sondern Fügung. Die ihn anscheinend beflügelte, als Rächer zu agieren.

Mehr als die Version des Angeklagten war zunächst nicht zu ermitteln. Der Anwalt, der den Strafantrag gestellt hatte, stand als Zeuge nicht zur Verfügung und wird zu einem späteren Termin gehört.

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