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Auf Schloss Bladenhorst wird der Wanderer zum Adligen

3. und 4. Tag: Nico wandert

Unser mobiler Reporter Nico Drimecker durchwandert zurzeit die Region. Am Mittwoch erreichte er das Schloss Bladenhorst. Als Fremder kam er, verabschiedet wurde er wie ein Freund.

CASTROP-RAUXEL

von Von Nico Drimecker

, 18.08.2011

Geschlafen habe ich wie ein Adliger, empfangen wurde ich wie ein König: Schloss Bladenhorst bietet keinen Prunk, aber viel Gemütlichkeit. Wegen eines Ortes wie diesem muss jemand das Wort „Idylle“ erfunden haben. Dafür braucht man allerdings auch die Bewohner von Bladenhorst.

Der gedeckte Tisch im offenen Innenhof ist zwar nicht für mich, sondern für den Kindergeburtstag dieses Tages. Trotzdem habe ich das Gefühl, wie jemand behandelt zu werden, der Geburtstag hat – oder der Herr im Schloss ist. Ich schüttele Hände, hier und dort, alle lächeln, als hätten sie sich schon den ganzen Tag auf mich gefreut. Es ist nach 19 Uhr, als ich das Schloss hinter dem Castroper Holz erreiche. Torsten Grenda, der nicht auf dem Gelände des Schlosses Bladenhorst wohnt, aber dort ein Geschäft für Küchenkonzepte hat, serviert mir einen Kaffee. Fruchtiger Kuchen rutscht auch gleich auf den Teller – er ist von dem Geburtstag.

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Nico wandert Tag 3&4: Witten - Castrop-Rauxel - Olfen

Am Montagmorgen hat er seine 140 km lange Wanderung durch die Region begonnen - der Mobile Reporter der Ruhr Nachrichten, Nico Drimecker. Am Mittwoch, dem dritten Tag, hat er sich von Witten aus auf den Weg nach Castrop-Rauxel gemacht, am Donnerstag ging es weiter nach Olfen.
17.08.2011
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Wo soll es lang gehen? Die Karte gibt dem Mobilen Reporter Nico Drimecker auf seiner Wanderung von Witten nach Castrop-Rauxel Rat.© Foto: RN
Pause machen: Der Rucksack ist fast 25 Kilo schwer.© Foto: RN
Impression von der Wegstrecke.© Foto: RN
In Castrop-Rauxel angekommen, gibt es ein Picknick auf dem Hügel direkt am Erin-Turm: Drei Stühle, ein Tisch, eine Kühltruhe, ein Picknickkorb - an alles haben seine Gastgeber Ludger Vollmer und Ulla Greulich gedacht.© Foto: RN
Nico Drimecker (l.) mit dem Bioladenbetreiber und seine Lebensgefährtin.© Foto: RN
Antipasti aus dem Bioladen - mit BVB-Fähnchen.© Foto: RN
So eine Stärkung hat sich der Wanderer nach der langen Strecke verdient.© Foto: RN
Die Pause hat die Füße und den Kopf des Wanderers gestärkt - jetzt kann es weiter gehen.© Foto: RN
Hier wird der Mobile Reporter schon erwartet: Auf Schloss Bladenhorst.© Foto: Nico Drimecker
Nico Drimecker wird adlig residieren: Der Schlossherr hat ihn eingeladen, die Nacht im Südflügel zu verbringen.© Foto: Nico Drimecker
Durch das Torhaus geht es in den Hof.© Foto: RN
Schlossherr Bodo Möhrke heißt den Wanderer willkommen.© Foto: Nico Drimecker
Dokumentiert die Stationen seiner Route: Nico Drimecker.© Foto: RN
Gemütliches Beisammensein im Schlosshof: Gabi und Peter sitzen auf den Bänken.© Foto: Nico Drimecker
Bodo Möhrke schenkt den Korn ein, den Nico Drimecker auch seinen Gastgebern auf Schloss Bladenhorst als Dank für einen Schlafplatz angeboten hat. Allerdings: Bei so vielen Gastgebern wurde der Korn geleert.© Foto: Nico Drimecker
Am Ende des Abends ist die Flasche leer.© Foto: Nico Drimecker
Doch Nico wird das Schloss erneut mit Geschenken verlassen: Marmelade und Kuchen im Glas hat er überreicht bekommen.© Foto: Nico Drimecker
Bodo Möhrke und Nico Drimecker frühstücken im Rittersaal.© Foto: Nico Drimecker
Nach dem Frühstück geht es zum Yachthofen Pöppinghausen - dann auf dem Dortmund-Ems-Kanal nach Olfen: Die Mitfahrgelegenheit auf dem Kahn hat Karl-Heinz Kunzer organisiert.© Foto: Nico Drimecker
Kunzer zeigt Nico, wo er wieder an Land gehen wird.© Foto: Nico Drimecker
Und das ist das Fortbewegungsmittel: "Käpt. Kersekiek".© Foto: Nico Drimecker
Karlheinz Zöllner, einer der zwei Hafenmeister in Pöppinghausen, nimmt den Mobilen Reporter mit.© Foto: Nico Drimecker
Unterwegs wird der leckere Kuchen aus dem Glas verputzt, den Nico auf dem Schloss geschenkt bekommen hat.© Foto: Nico Drimecker
Während der Fahrt taucht das Eon-Kraftwerk in Datteln am Rande des Kanals auf.© Foto: Nico Drimecker
Nico hat sein Ziel erreicht: An der Dattelner Schleuse geht er an Land - und setzt seinen Weg nach Olfen fort.© Foto: RN
Schlagworte Castrop-Rauxel

Schlossherr Bodo Möhrke führt mich über das Gelände. Mit ruhiger, klarer Stimme erzählt er von der Vergangenheit dieses Gebäudes, das einmal eine Burg war. Von den Generationen, die hier lebten, den Mauern, deren ältesten Steine fast 800 Jahre alt sind, oder von der uralten Gräfte. „Die erzählt Geschichten.“ So wie Bodo Möhrke, der auch viele Verbindungen zu Schlössern außerhalb der Region erklären kann. Das gesamte Areal wirkt wie ein Märchengarten: Überall wachsen bunte Blumen, Äste bilden kleine Tunnel, und die Sträucher und Hecken verwachsen so, dass sie überall Sitzecken mit rustikalen Stühlen und Tischen verstecken. Aber Bodo Möhrke und ich nehmen im Innenhof Platz. Es dauert nicht lang, bis die ersten Bewohner auch dabei sitzen: Peter, Gabi und ihre gemeinsame Tochter Sina. Jemand schenkt Rotwein aus, Marion Cygiel setzt sich, jemand anders serviert eine Käseplatte und Tiroler Speck, Heidi Krampe gesellt sich dazu, irgendwoher kommt neuer Kuchen, Torsten Grenda geht und die nächste Flasche Rotwein kommt.

Irgendwann landet auch die Flasche Korn auf dem Tisch, die ich am ersten Tag meiner Wanderung von Gut Bimberg mitgenommen habe und jedem Gastgeber auf meiner Route servieren wollte. Der Korn hält an diesem Abend ebenso wenig wie die drei, vier Flaschen Rotwein. Das Schloss ist nicht öffentlich. Als Fremder bin ich gekommen, mit einer Umarmung von Gabi werde ich verabschiedet. Und Marion schenkt mir von ihrem Lädchen der „Schloss Bladenhorster Spezialitäten“ einen würzigen Frühstückskuchen und Marmelade. Dann werde ich zum Yachthafen nach Pöppinghausen gefahren. Dort warten bereits Karl-Heinz Kunzer und Karlheinz Zöllner auf mich. Zöllner ist einer der zwei Hafenmeister und bringt mich mit dem kleinen Kahn „Käpt. Kersekiek“ bis zur Dattelner Schleuse. Kunzer hat die Marmelade bekommen, er hat meine Mitfahrgelegenheit organisiert. Mit Kapitän Karlheinz Zöllner esse ich während der 12-Stundenkilometer-Fahrt über den Kanal den Kuchen. Für meine nächsten Gönner muss ich mir überlegen, wie ich mich revanchieren kann

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