Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Aus der Magisterarbeit wurde ein Buch

CASTROP-RAUXEL Mit Regionalkrimis hat sich Silke Leuendorf in ihrer Magisterarbeit beschäftigt - und diese im Jahr 2003 abgegeben. Heute, fünf Jahre später, liegt ihre Arbeit als Buch vor.

von Von Julia Grunschel

, 15.08.2008
Aus der Magisterarbeit wurde ein Buch

Silke Leuendorf konnte aus ihrer Magisterarbeit Sekundärliteratur machen.

"Wie die Jungfrau zum Kind bin ich an das Buch gekommen", lacht die 31-jährige Castrop-Rauxlerin, die zurzeit auf Heimaturlaub in der Stadt ist. Seit dem Jahr 2001 lebt Silke Leuendorf, die 1996 an der Willy-Brand-Gesamtschule Abitur gemacht hat, in München.

Im März überraschte die 31-Jährige eine Anfrage des Verlags Dr. Müller, der über eine Hochschulrecherche auf ihre Magisterarbeit "Der Regionalkrimi im Westen von Deutschland: Poetik und Entwicklung eines Genres" aufmerksam geworden war. Der Wissenschaftsverlag wollte die Arbeit gerne als Buch verlegen und forderte ein Manuskript an. "Ich war erst ein wenig skeptisch, da alles nur über E-mails lief", sagt die Redakteurin, die bei der Wochenzeitung Freising arbeitet. Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ihr Freund den Text schreibgeschützt an den Verlag gesandt.

Der E-Mail-Kontakt hielt an, ein Lektor signalisierte, dass es einen Markt für das Buch gibt. "Ich war einverstanden. Mich kostet die Sache nichts, ich bekomme eine Beteiligung", freut sich die 31-Jährige. Am Freitag schließlich hatte Silke Leuendorf die ersten Ausgaben in der Post.

Der Handel wird die Magisterarbeit noch nicht vorrätig haben, aber im Internet ist das Buch bestellbar. Das hat sie selbst schon getestet und dabei festgestellt, dass das Werk stolze 59 Euro kostet. "Das hat mich ja ganz schön umgehauen", ist Silke Leuendorf ehrlich.

Sekundärliteratur

Der hohe Preis, so tippt die Redakteurin, hängt damit zusammen, dass das Buch als Sekundärliteratur gehandelt wird. Gelesen wird es wahrscheinlich überwiegend in Universitätsbibliotheken. Von Germanistikstudenten und -studentinnen, wie sie selbst eine war. Zuerst an der Uni in Bochum, dann in München. Als weitere Fächer belegte Silke Leuendorf Geschichte und Soziologie. "Literatur wollte ich nie machen, sondern Sprachwissenschaft. Und schon gar nicht wollte ich mich in der Magisterarbeit wie 1000 andere mit Goethe beschäftigen", lächelt sie wieder.

Dann schon lieber mit Regionalkrimis, die Leute - wegen der "Tatort"-ähnlichen Mischung von Lokalkolorit und Verbrechen - zunehmend gerne lesen.

Lesen Sie jetzt