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Ayurveda: Das Tor nach Indien ist geöffnet

CASTROP-RAUXEL Die Portalklinik für Ayurveda-Patienten ist da. Fast zwei Jahre nach der Eröffnung des Medical Park Ruhr am Europaplatz kommt die Investoren-Familie Vallomtharayil ihrem Ziel, die indische Heilslehre Ayurveda auf höchstem medizinischen Niveau in Deutschland zu etablieren, ein Stück näher.

von Von Peter Wulle

, 11.03.2009

  "Der Start der Portalklinik ist ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in Castrop-Rauxel", urteilt Wirtschaftsförderer Hans-Werner Diel. Dass zu diesem wichtigen Ereignis am vergangenen Montag die Ruhr Nachrichten und auch viele andere Medien nicht eingeladen waren, hält er für bedauerlich. 

Gäste aus Kerala

Wie Diel berichtet, waren zur Eröffnung der Portalklinik hochrangige Regierungsvertreter aus dem indischen Bundesstaat Kerala und auch aus der Hauptstadt Neu-Delhi anwesend. Und für das Bundesgesundheitsministerium betonte Staatssekretär Dr. Klaus-Theo Schröder das Interesse an dem Ausbau der Kooperationen mit Indien.

Über 100 000 Patienten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, so Diel, fliegen pro Jahr für eine Ayurveda-Behandlung nach Indien - mit steigender Tendenz.

Echte Ärzte

Nicht wenige fallen dabei auch auf Betrüger herein, die ihnen einen besseren Wellness-Urlaub verkaufen. Hier setzt der gelernte Krankenpfleger und Medical Park-Chef Thomas Vallomtharayil mit seiner Idee an: Er möchte, dass die Patienten in die Hände echter Ayurveda-Ärzte gelangen, die ihr "Handwerk" während eines fünfjährigen Studiums in Indien erlernt haben. "Dabei soll am Europaplatz die ayurvedische Diagnostik und Einstiegsbehandlung sowie die Nachsorge stattfinden", erklärt Stefan von Bandemer  vom Gelsenkirchener Institut für Arbeit und Technik, der das Projekt von Beginn an begleitet. Geholfen werden soll vor allem Patienten mit Diabetes, Rheuma, Haut- und Nervenerkrankungen. "Dabei liegen die Stärken von Ayurveda vor allem in der Prävention und in der Rehabilitation. Die Akutbehandlung ist weiter der Schulmedizin vorbehalten", so von Bandemer.

Schwieriger Brückenschlag Im Gespräch mit unserer Zeitung macht der Experte für Gesundheitswirtschaft deutlich, wie schwierig es ist, dafür den Brückenschlag von Kontinent zu Kontinent hinzubekommen: "Dass vielfach der Eindruck vorherrscht, es handle sich vor allem um ein Hotel und es gebe nicht genug Medizin, hat mit dem Entwicklungsprozess zu tun. Thomas Vallomtharayil arbeitet daran, zu dem bisher einzigen Arzt noch weitere Ärzte aus Indien zu beschäftigen. Die Arbeitserlaubnis war da bisher ein großes Problem, aber das ist jetzt geklärt."

Ziel Kassenleistung

Der nächste Schritt muss für Stefan von Bandemer nun der Dialog mit der Schulmedizin und die weitere Arbeit an qualitätsgesicherten, anständigen Angeboten sein. "Das Fernziel ist es, Ayurveda-Behandlungen auch als Kassenleistung anerkannt zu bekommen. Bis dahin wird aber noch eine Menge Wasser die Ruhr hinunterfließen." 

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