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Buchautor spricht über das letzte Kapitel des Lebens

Leitfaden zur Patientenverfügung

Die Castroper Leselust wirbt mit dem Slogan „Bücher für alle Kapitel des Lebens“. Dass Inhaberin Martina Tilker damit wirklich alle Kapitel meint, bewies sie mit der Einladung des Buchautoren Dr. Michael de Ridder. Der Berliner ging zusammen mit seinem Publikum wichtigen Fragen zum Lebensende und dessen Vorbereitung nach. Gute Erkenntnisse blieben nicht aus.

Castrop

, 17.03.2018
Buchautor spricht über das letzte Kapitel des Lebens

Dr. Michael de Ridder widmete sich auf Einladung von Martina Tilker in der Galerie art.ist einem heiklen Thema: Dem Abschied vom Leben.bläss © Uschi Bläss

Der Mediziner aus Berlin befasste sich mit einem Kapitel, das viele Menschen am liebsten ausklammern würden: Dem Abschied vom Leben. Ein heikles Thema, über das sich jedoch 80 Zuhörer informieren wollten. Auch Andrea Fuhrmann nahm in den Räumen der Galerie art.ist Platz, um sich Überlegungen zur Patientenverfügung und Palliativmedizin anzuhören. „Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt kommen soll. Ich bin auch jetzt noch ein bisschen skeptisch“, gab sie zu.

Was passiert in den letzten Stunden vor dem Lebensende? Wie wollen wir sterben? „Das Sterben gehört zu unserem Leben“, mahnte de Ridder und appellierte an die Zuhörer, sich Gedanken zu machen, bevor es zu spät ist. Zu spät sei es dann, wenn der Patient nicht mehr in der Lage sei, seine Wünsche selbst zu äußern.

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Menschenwürde und die Selbstbestimmung waren Worte, die zum Dreh- und Angelpunkt des Abends wurden. Verheißungen der Medizin ließen uns glauben, die Sterblichkeit durch immer bessere Technologien überwinden zu können. Operationen mit Nanorobotern und Hochleistungs-Intensivmedizin versprächen ein längeres Leben.

Doch lohnt sich dieser Aufwand auf jeden Fall und in jedem Alter? Ist es erstrebenswert, dass ein hochgradig dementer 85-jähriger Patient durch Sondenernährung und künstliche Beatmung auf der Intensivstation lebensverlängernde Maßnahmen erhält? Wer soll entscheiden, wann das Leben eines solchen Patienten enden soll?

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Die Lösung liegt in der Patientenverfügung. Genau das ist es aber, vor dem viele Menschen Angst haben. „Woher soll ich denn jetzt schon wissen, was ich in den letzten Stunden meines Lebens möchte? Wie stark möchte ich später am letzten Rest meines Lebens festhalten?“, fragte ein besorgter Zuhörer. „Wer eine Patientenverfügung verfasst, muss ausreichend informiert sein. Und dann wird festgelegt, was man nicht möchte“, antwortete de Ridder.

Die Aussage „ich will nicht an Schläuchen hängen“, sei viel zu schwammig und nicht rechtssicher. Aus diesem Grund hat Dr. de Ridder das Buch mit dem Titel „Abschied vom Leben – Von der Patientenverfügung bis zur Palliativmedizin“ geschrieben.

Ausführlich, sachlich und rechtssicher erklärt

Dabei handelt es sich um einen Leitfaden, in dem Begriffe wie Selbstbestimmung, Patientenverfügung, Sterbehilfe, Palliativmedizin, Sterbefasten, Wiederbelebung, künstliche Ernährung, Organspende, Koma und Wachkoma, Demenz, Herztod und Hirntod ausführlich, sachlich und rechtssicher erklärt werden.

„Gut dass ich doch gekommen bin“, resümierte Andrea Fuhrmann nach dem Vortrag. „Ich habe gute Denkanstöße bekommen und weiß jetzt, worum ich mich dringend kümmern muss.“

Abschied vom Leben – Von der Patientenverfügung bis zur Palliativmedizin. Ein Leitfaden von Dr. med. Michael de Ridder ist im Pantheon Verlag erschienen und kostet 14 Euro. ISBN 9783570-55356-5
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