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Bürgermeister eröffnet Dialog über Demokratie

Neues Bündnis

Ein Bündnis für Demokratie soll in Castrop-Rauxel bald starten. Die Gründung soll im Ratsaal stattfinden. Dazu lädt der Bürgermeister ein und bekommt prompt Unterstützung.

Castrop-Rauxel

, 06.09.2018
Bürgermeister eröffnet Dialog über Demokratie

Mit diesen Ortsschildern hat die Stadt schon mehrfach Stimmung gegen Rassismus und Ausgrenzung gemacht. Auch jetzt kommen sie für das „Bündnis für Demokratie“ wieder zum Einsatz. An Aktualität haben sie nicht verloren. © Reiner Block

Seit Wochen sind die Schlagzeilen der Medien im Land bestimmt von den Vorkommnissen in Chemnitz. Auch in den Sozialen Netzwerken kochen die Gemüter regelmäßig stark hoch. Von beidem ist natürlich auch unsere Stadt betroffen. Sowohl in den entsprechenden Posts in der bekannten Gruppe „Du bist Castroper wenn...“, als auch in einem Beitrag auf der Facebook-Seite der Stadt ging es ordentlich zur Sache.

Sitzung im Ratssaal

Aufgefallen sind diese sich immer mehr verhärtenden Fronten natürlich auch in der Politik, namentlich Bürgermeister Rajko Kravanja. Um dieser Diskussion auch in Castrop-Rauxel zu begegnen, lädt Kravanja, ebenfalls über die Facebook-Seite der Stadt, nun alle Bürger zur Gründung eines „Bündnisses für Demokratie“ ein.

Die passende Sitzung dazu beraumt der Bürgermeister am Mittwoch, 12. September, im Ratsaal der Stadt, Europaplatz 1, an. „Chemnitz ist nicht Castrop-Rauxel, und doch eint uns der Wille, Flagge zu zeigen, dass in unserer Mitte Populisten keine Chance haben“, heißt es weiter. Bereits 2015 hatte Kravanja sich, damals noch als SPD-Parteichef, zusammen mit Bürgermeister Johannes Beisenherz aufgebrachten Anwohnern aus den Aapwiesen zum Dialog gestellt.

Kein blinder Aktionismus

Von blindem Aktionismus soll das neue „Bündnis für Demokratie“ nicht geprägt sein. „Ich habe im Gespräch mit Bürgern immer wieder von sozialen Ungerechtigkeiten gehört“, sagt Kravanja am Donnerstag im Gespräch mit der Redaktion. „Diese schlagen sich dann in einfachen Parolen nieder.“ Das könne aber nicht der richtige Weg sein, denn die berühmten einfachen Antworten auf komplexe Fragen geben diese Parolen nicht. Zeitgleich müsse man darauf achten, „dass man nicht die diffamiert, die berechtigte Kritik, auch an der Asylpolitik, üben“, so Kravanja. Die Ziele des Bündnisses sollen langfristig sein.

Unterstützung von Facebook-Nutzern und Vereinen

Im Gründungstreffen soll es unter anderem um die Planung von Veranstaltungen zum Motto „Castrop-Rauxel ist demokratiefreundlich und tolerant – Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung haben in unserer Mitte keinen Platz!“ gehen. Der Beitrag zur Einladung auf der Facebook-Seite der Stadt stieß auf rege Begeisterung, wurde fleißig geteilt und geliked. Bleibt zu hoffen, dass von diesen virtuellen Daumen nach oben am kommenden Mittwoch auch möglichst viele dazugehörige Bürger den Ratssaal aufsuchen.

Die Unterstützung der Flüchtlingshilfe und auch des Vereins Terrortucken bekam Kravanja bereits über die Facebook-Kommentare zugesagt. Und auch das relativ frisch gegründete Aktionsbündnis für den Frieden wird den Vorschlag unterstützen. „Wir sind dabei“, sagt Initiator Ingo Boxhammer am Donnerstag auf Nachfrage der Reaktion dazu.

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