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Busreise entpuppt sich als Fiasko

Verbraucherzentrale warnt

Fünf Tage Schweiz: Die Reise sollte ein tolles Geburtstagsgeschenk sein für Bernd Rabert. Doch es wurde ein Flop. Was Raberts Ehefrau bei dem Veranstalter namens „Romantik Reisen“ gebucht hatte, entpuppte sich als krasses Gegenteil

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabriele Regener

, 26.06.2012
Busreise entpuppt sich als Fiasko

"Die Busfahrt in die Schweiz war Flop", sagt Bernd Rabert, hier mit Susanne Voss von der Verbraucherzentrale.

Erste Erkenntnis: Wo Schweiz draufsteht, ist bei diesem Veranstalter noch lange nicht nur Schweiz drin im Reisepaket. "Die Schweiz, eines meiner Lieblingsreiseziele, haben wir eigentlich nur auf der Durchfahrt gesehen", berichtet der 66-Jährige. Er feierte seinen Geburtstag dann auch nicht in der Schweiz, sondern in dem kleinen Kaff "Re" in der Lombardei. "Der Ort hatte unter 1000 Einwohner, lag einsam in den Bergen Oberitaliens", beschreibt er den Standort.Großraumtaxis statt Busse  Das hatte der Reiseveranstalter glatt verschwiegen. Bunte, glänzende Prospekte verhießen fünf Tage in der Schweiz. So steht es auch auf der Buchungsbestätigung, die Raberts Frau mit der Rechnung über 664 Euro erhielt. Erst mit Zusendung der "Busfahrkarte" nach der Zahlung hieß das Ziel "Schweiz/Lombardei". Der abgeschiedene Standort hatte Folgen, listete der getäuschte Reisende in der Verbraucherzentrale auf. Nicht nur, dass anstelle des am Herner Busbahnhof um 4.40 Uhr erwarteten Busses erst zwischen 8 und 8.30 Uhr zwei Großraumtaxen kamen, die die 14 Wartenden bis nach Koblenz brachten. Erst dort ging es in den Bus. Und weil unterwegs bis nach Freiburg an etlichen Punkten weitere Urlauber zustiegen, Fahrerwechsel und Pausen Zeit kosteten, erreichte man das Ziel Re erst spät abends.

 Nur auf Drängen gab es Abendessen, natürlich gegen Aufpreis. Den mussten die Reisenden auch zahlen, um neben dem (kärglichen) Frühstück noch eine weitere Mahlzeit zu sichern, und um aus dem winzigen Ort herauszukommen. Machte 204 Euro pro Nase zusätzlich. Diese täglichen Ausflugsfahrten mit wohlklingenden Zielen wie Mailand, Comer See, Lugano und mehr waren allesamt enttäuschend. Manch einen See sahen die Reisenden nur auf der Ferne vom Parkplatz, vor dem Besuch von Mailand war eine stundenlange Verkaufsschau unausweichbar. Überteuerte Waren wurden geboten, wie ein Messerset, das Rabert statt für 189 Euro später im Internet für 12,90 Euro fand. Die Reisegruppe, die Raberts zählten zu den Jüngsten, der älteste Reiseteilnehmer war 96 Jahre alt, waren enttäuscht, aber hilflos. Helfen konnte auch Susanne Voss, Leiterin der Verbraucherzentrale nicht, weil auf dem Prospekt von Romantik Reisen die Widerrufsbelehrung fehlt. Helfen will aber Bernd Rabert, indem er seine Geschichte publik macht, um andere zu warnen.

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