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Castrop-Rauxel ist die 600. Stadt mit Stolpersteinen

Gedenken an NS-Opfer

Der Aktionskünstler Gunter Demnig hat am Freitag in der Castroper Altstadt die ersten neun Stolpersteine in der Europastadt in den Boden eingelassen. Sie erinnern nun an jüdische Bewohner, die der Nazi-Gewaltherrschaft zum Opfer fielen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Michael Fritsch

, 05.11.2010

Konkret erinnern sie vor den Häusern Am Markt 5 (Cecil Moden) und 24 (Targo Bank) an Angehörige der jüdischen Kaufmannsfamilien Meyer und Cohen, die dort ihren letzten freiwilligen Wohnsitz vor ihrer Deportierung, Flucht und Ermordung hatten. Damit ist Castrop-Rauxel die 600. Stadt bundesweit, in der diese Form der Erinnerung existiert.Gedenkfeier vor rund 50 Teilnehmern In einer Gedenkfeier vor rund 50 Teilnehmern las Hartmut Wittenbreder als Vorsitzender des örtlichen Arbeitskreises Stolpersteine die Biografien der Opfer vor. Bürgermeister Johannes Beisenherz unterstrich in einer Ansprache die Bedeutung der Erinnerungskultur und der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Recklinghausen, Isaac Tourgman, trug in ein auf Deutsch gesprochenes und auf Hebräisch gesungenes Totengedenken vor.Auch Nachkommen der Familie Cohen dabei Gefolgt waren der Einladung nach Castrop-Rauxel auch Nachkommen der Familie Cohen: Erika Dittmann, älteste Tochter des ältesten Cohen-Sohnes Werner und ihr Mann Wilhelm vom Bodensee sowie deren Tochter Jenny mit der gerade vier Monate alten Charlotte aus Berlin. Erika und Jenny Dittmann betonten, dass sie diese Form der Erinnerung an ihre Vorfahren sehr wohl zu schätzten wüssten und die Veranstaltung gewissermaßen als versöhnlichen Abschluss dieses dunklen Kapitels ansähen. Bei der Angabe des Namens von Erika Dittmann im Video ist uns leider ein Rechtschreibfehler unterlaufen. Sie ist die Enkelin der Familie Cohen, die zur Zeit des Nazi-Regimes aus Castrop-Rauxel auswanderte. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.  Konkret gedacht wird folgender Menschen:

  • Julius Meyer, geb. 22. 2. 1865, emigriert am 13. 3. 39 nach Holland, wo sich seine Spur verliert.
  • Anna Meyer, geb. Hirschfeld, geb. 20. 7. 1874, 1943 ins Vernichtslager Auschwitz deportiert und am 12. 2. 43 für tot erklärt.
  • Sohn Hans Arnold Meyer, geb. am 7. 8. 1907, am 9. 12. 1936 nach Johannesburg emigriert.
  • Tochter Hilde Meyer, geb. 18.10. 1898, emigriert am 22.12. 1938, gestorben am 12. 9. 2002 in den USA
  • Sohn Erich Meyer, geb. 21. 4. 1901, abgeschoben nach Osten am 3. 2. 1942
  • Schwiegertochter Johanna Meyer geb. Wittgenstein, geb. 2. 3. 1898, abgeschoben am 3. 2. 1942
  • Enkelsohn Jonathan Meyer, geb. 3. 2. 1940, abgeschoben am 3. 2. 1942
  • David Cohen, geb. am 7. 7. 1878, deportiert am 28. 4. 1942 ins Ghetto Zamosc
  • Luise Cohen, geb. Bachmann, geb. am 11. 6. 1888, deportiert am 28. 4. 1942a 
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