Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Castrop-Rauxeler Jesiden berichten von Verfolgung

IS-Terror im Irak

Ohnmächtig verfolgt Hozam N. das Leid seiner Freunde und Verwandten im Nordirak. Hozam N. ist Jeside. In seiner Heimat ist diese religiöse Minderheit den Terrormilizen der Gruppierung "Islamischer Staat" (IS) seit Monaten schutzlos ausgeliefert. Jetzt wendet er sich erneut an die Öffentlichkeit, um wachzurütteln.

CASTROP-RAUXEL

, 27.11.2014

„Wir sind über Handy mit einigen Freunden und Familienmitgliedern von uns in den Zufluchtsorten jenseits der irakischen Grenze in Kontakt und hören von immer mehr Toten“, sagt Hozam N. (Name geändert) unter Tränen. Der 44-jährige Familienvater lebt seit 2001 in Castrop-Rauxel und spricht sehr gebrochen Deutsch. Nun bitten er und sein Sohn Deutschland und die Weltgemeinschaft um Hilfe. „Irgendetwas muss doch geschehen! Die IS-Terroristen gehen vor allem gegen Frauen und Mädchen mit großer Brutalität vor. Sie werden auf bestialische Weise vergewaltigt und mit IS-Terroristen zwangsverheiratet, zwangsislamisiert und/oder als Sklaven an Dritte verkauft“, erzählt Hozams Sohn Salem (Name ebenfalls geändert).Hoffnung auf Hilfe Salem ist Student und spricht sehr gut Deutsch. Er hofft nicht nur auf militärische Hilfe und eine Schutzzone, „damit im Nordirak ein Massaker verhindert wird.“ Er hofft dringend auch auf die Hilfe von Caritas, Rotem Kreuz und Diakonie für die jesidischen Flüchtlinge, denen es gelang, nach Syrien, in die Türkei und in die Gebiete Zakho, Duhok, Hawler und Suleimani im Autonomen Kurdistan zu kommen. „Dort leben unsere Glaubensbrüder und -schwestern auf offener Straße, unter Brücken und auf Baustellen. Ihre Lebenslage wird jetzt im Winter immer schlechter. Sie sind geflüchtet mit dem, was sie am Leibe trugen. Sie brauchen Lebensmittel, Medikamente und Bekleidung“, sagt Salem.

Jetzt lesen

Hozam N. hatte 2001 Glück, dass er es mit seiner Frau und drei Kindern schaffte als „Religionsflüchtlinge“ nach Deutschland zu kommen und hier auch anerkannt zu werden. Am Schicksal ihrer kurdisch-jesidischen Landsleute nehmen sie in unzähligen Handytelefonaten und via Internet Anteil. „Es ist grausam. 33 Jahre habe ich unter dem Diktator Saddam Hussein gelebt – da war es nicht so schlimm wie heute“, sagt Hozam N. Aus Angst vorislamistischer Gewalt auch in Deutschland möchte er auf jeden Fall anonym bleiben. 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt