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Das Passivhaus: Eine echte „Spardose“

CASTROP-RAUXEL Die Pläne sind fertig, die Baugenehmigung ist erteilt, im September sollen die Arbeiten für das erste Passivhaus auf Castrop-Rauxeler Stadtgebiet an der Cottenburgstraße 107 beginnen.

von Von Christoph Witte

, 14.08.2008
Das Passivhaus: Eine echte „Spardose“

So soll das erste Passivhaus auf Castrop-Rauxeler Stadtgebiet aussehen.

Oliver Turrek, Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik und zertifizierter Thermograf, und sein Vater Walter Turrek, Architekt, stellten das Bauvorhaben vor. „In einem Passivhaus kann ich leben, wenn ich nur einen Pullover, eine Kerze und eine Flasche Rotwein besitze – auch im kältesten Winter“, fasst Turrek Senior die Vorteile des wärmegedämmten Hauses zusammen. 140 Quadratmeter soll der Energiesparer groß sein. Inklusive Garage und aller Baunebenkosten (ohne Grundstück, Notar und Grunderwerbssteuer) belaufen sich die Investitionskosten auf rund 260 000 Euro. „Im Vergleich würde das gleiche Haus in normaler Bauweise circa 230 000 Euro kosten, hierbei entfallen allerdings die Zuschüsse von rund 9000 Euro“, rechnet Oliver Turrek vor.

Auch sonst lohne sich das Rechnen, meinen die Planer. Nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) hat ein Passivhaus einen Jahres-Primärenergiebedarf von maximal 40 Kilowattstunden (kWh), der Jahres-Heizwärmebedarf liegt nicht über 15 kWh je Quadratmeter Wohnfläche. Zum Vergleich: derzeitige Standard-Neubauten verbrauchen rund 108 kWh. „Der rasante Preisanstieg für Energie“, so Walter Turrek, „wird Passivhäuser zunehmend attraktiver machen.“ Die Energiekostenersparnis bei Passivhäusern im Vergleich zu anderen nach Energiesparverordnung gebauten Häusern beträgt gut 780 Euro im Jahr. Die Turreks listen auf, wodurch sich ihr Passivhaus unter anderem auszeichnet: Die Fenster haben eine Dreischeibenverglasung mit Agon-Füllung, es ist hochgedämmt und luftdicht. Eine zehn Quadratmeter große Solaranlage zur Warmwasserunterstützung wird installiert, zudem gibt es eine Fußbodenheizung, Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung, die Schimmelbildung verhindert und ständiges Lüften erübrigt, und eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung. „Das macht unser Passivhaus quasi zu einem Nullenergiehaus“, schwärmt Walter Turrek. „Wir kommen wahrscheinlich auf nur maximal neun Kilowattstunden Jahres-Heizwärmebedarf.“

Freigestellt wird dem künftigen Bauherren das Heizsystem. Er kann zwischen einer Wärmepumpe mit 100 Meter Tiefenbohrung (einer so genannten Solewasseranlage) und einer Holzpelletanlage wählen. In ungefähr acht Monaten wird das Passivhaus an der Cottenburgstraße fertiggestellt sein. Ein Käufer ist noch nicht gefunden.   Auskünfte erteilt Oliver Turrek von der Arcon Henrichenburg GmbH unter Tel. (0 23 67) 91 51 oder per E-Mail an info@arcon-henrichenburg.de.

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