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Das Problem mit den hinterlassenen Hundehaufen

Geringes Verwarngeld in Castrop-Rauxel

Ein falscher Tritt und schon steht man im Haufen. Der Stadtrat von Werne hat beschlossen, das Bußgeld pro liegengelassenem Hundehaufen von 35 auf 200 Euro zu erhöhen. In Köln zahlen ertappte Hundebesitzer je nach Örtlichkeit sogar zwischen 35 und 500 Euro pro Tretmine. In Castrop-Rauxel ist das eher günstig.

Castrop-Rauxel

, 16.03.2018
Das Problem mit den hinterlassenen Hundehaufen

Der Minibullterrier Billy auf der Hundewiese Am Rapensweg in Ickern. © Iris Woitschell

In Castrop-Rauxel sind 5200 Hunde offiziell gemeldet, also steuerlich erfasst. Und die machen, wann und wo sie müssen. Macht rund 10.500 Hundehaufen am Tag. Werden die nicht von Herrchen oder Frauchen aufgehoben und entsorgt droht ein Verwarngeld von 30 Euro – sofern Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes Zeuge der Sauerei werden.

„Es ist immer schwierig, das zu bezeugen“, weiß Nicole Fulgenzi, Sprecherin der Stadt. Kollegen des Ordnungsamtes seien regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs und würden auf dieses Thema achten, es sei jedoch selten, dass jemand auf frischer Tat ertappt werde. Wenn doch, kann es aber auch teuer werden; bei Wiederholungstätern wird ein Bußgeld in gleicher Höhe plus Gebühren verhängt. Bis zu 1000 Euro Bußgeld sind nach der Satzung möglich.

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Unklar ist, wie oft Bußgelder tatsächlich verhängt werden. Die Statistik ist nach Angaben der Stadt nicht nach Verunreinigungen durch Hunde aufgeschlüsselt. Mina Uludag (27), Hundehalterin aus Castrop-Rauxel geht mit ihren Mini-Bullterriern oft zur Hundewiese Am Rapensweg in Ickern. Auch hier sollten die Besitzer die Geschäfte ihrer Tiere aufsammeln. Eine Hunde-Servicestation mit Kotbeutel-Ausgabe und Mülleimer sollte es ihnen einfach machen. Uludag aber weiß: „Das machen nicht alle. Manche beobachten ihre Tiere einfach nicht.“ Sie plädiert für hohe Strafen und vermehrte Kontrollen.

Initiativen für Hundekotbeutel gab es in den vergangenen Jahren mehrere von Stadt und EUV sowie Privaten. Im Stadtgarten wurden Spender eingerichtet, die nach wenigen Tagen leer waren. Vermutlich aber nicht von Hundebesitzern, sondern von Vandalen geleert.

Beutel wurden kaum nachgefragt

In einem weiteren Versuch wurden die Ausgabestellen der Mülltüten auch mit Hundekotbeuteln versorgt. Die Beutel wurden nach Angaben von Nicole Fulgenzi kaum nachgefragt. Der EUV widmete sich 2012 dem Thema. Beutel konnten kostenlos abgeholt werden. Hier lief die Verteilung schleppend an. Derzeit unterhält die Gruppe „Rettet den Mühlenteich“ im dortigen Bereich in Kooperation mit dem Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen Ausgabestationen. Auch auf den kommunalen Friedhöfen gibt es seit einigen Jahren Aufsteller.

Die Frage ist, ob fehlende Hundekotbeutel überhaupt das Problem sind. „Es sind immer dieselben, die die Haufen nicht wegmachen“, vermutet Bärbel Marks, Leiterin des Tierheims in Castrop-Rauxel. „Ich bin dafür, dass das ordentlich bestraft wird“, macht sie deutlich.

Sie sei selbst Hundebesitzerin und ständig sauer, wenn sie die Hinterlassenschaften anderer sehe. „Ich habe keine Jacke ohne Kotbeutel“, erklärt Marks. Sie plädiert für hohe Strafen. Das Geld könne man für Kinderprojekte oder den Tierschutz nutzen.

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