Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Den Baseballschläger hatte er nur zur Sicherheit mitgenommen

Raubüberfall

Der Täter kam mit einem Baseballschläger und hielt gleich zwei Opfer in Schach: Nach einem Raubüberfall in Castrop-Rauxel hat in Dortmund am Dienstag der Prozess gegen einen 30-jährigen Familienvater begonnen. Der wies jede Schuld von sich.

CASTROP-RAUXEL

von Von Jörn Hartwich

, 19.06.2012

Es war der 11. Juni 2009, als der Angeklagte mit einem Komplizen in der Castroper Wohnung der späteren Opfer auftauchte. Dabei hatte er auch einen Baseballschläger in der Hand. 

 Gewalt habe er aber nicht im Sinn gehabt. Seine Erklärung: „Auf einer Castroper Internetplattform ist mein Name im Zusammenhang mit Drogengeschäften aufgetaucht“, sagte der 30-Jährige den Richtern. Das habe er sich nicht gefallen lassen wollen. „Ich wollte das klären.“  Warum er zu der vermeintlichen Aussprache einen Baseballschläger mitgenommen hat? „In der Drogenszene weiß man ja nie, auf was für Leute man da trifft.“ Er habe den Knüppel ja auch nur hoch gehalten, nicht eingesetzt. Alles andere hätte ohnehin keinen Sinn gemacht. „Die waren doch alle schon verballert – sahen aus wie Schnaps- und Drogenleichen.“ 

 Es sei sein Komplize gewesen, der damals regelrecht ausgerastet sei. Er habe mit einem Messer rumgefuchtelt, die Opfer brutal zusammengeschlagen und dann eine Tasche mit Gegenständen vollgepackt: drei Handys, eine Signalpistole und mehr. „Welche Probleme der mit den Jungs da hatte, weiß ich gar nicht.“ Er selbst habe nur die Sache mit seinem Namen klären wollen – mehr nicht. „Ich habe sogar noch die Drogen, die da rumlagen, in die Toilette gekippt, so ein weißes Pulver“, sagte der 30-Jährige.  Der Angeklagte hat drei Kinder, kennt sich mit Polizei und Justiz offenbar gut aus. „Ich war in Castrop bekannt, wegen der ganzen Sachen, die ich gemacht habe. Jetzt habe ich aber die Kurve gekriegt.“  Nach kurzer Zeit habe er die Wohnung dann auch schon wieder verlassen. Zumindest die Staatsanwaltschaft bleibt jedoch skeptisch. Wie die Richter den Fall sehen, wird sich zeigen. Der Prozess wird fortgesetzt.  

Lesen Sie jetzt