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Ehekrise und Nachbarschaftsstreit in drei Akten

CASTROP-RAUXEL Da verliebte sich die Ehefrau in den Nachbarn, kehrte zum gehörnten Angetrauten zurück, Gartenmöbel und Autos wurden demoliert und im Gerichtssaal waren selten alle Betroffenen zugleich anwesend. Ein etwas unübersichtliches Gerichtsverfahren aus einer Castroper Nachbarschaft.

von Von Gabriele Regener

, 05.08.2008
Ehekrise und Nachbarschaftsstreit in drei Akten

Die Präsidenten der obersten Verwaltungsgerichte wollen mehr Bürgernähe.

Alle guten Dinge sind drei. Am dritten Verhandlungstag konnte der Amtsrichter endlich einen Schlussstrich ziehen und ein Urteil sprechen.

Das Hick-Hack zweier Nachbarn, geprägt von Alkoholgenuss und Eifersucht - weil sich die Ehefrau des Angeklagten zeitweilig zum Nachbarn hingezogen fühlte und auch schon mal in dessen Wohnung zog - hatte alle lange genug beschäftigt.

Durch Abwesenheit glänzen

Während an den ersten beiden Verhandlungstagen der Hauptzeuge fehlte, dem der Angeklagte alle Schuld in die Schuhe schieben wollte, glänzte nun der Angeklagte durch Abwesenheit. Was ihn aber nicht vor einem Urteil schützte.

Denn obwohl die Pfarrsekretärin sich nicht genau erinnern konnte, ob der Mann sein von Unbekannten stark demoliertes Auto nun am Morgen oder erst am Mittag mit ihrer Erlaubnis auf den Kirchparkplatz stellte, konnte letzteres angenommen werden.

Der Motor war noch warm

Die Polizei hatte durch Handauflegen um die Mittagszeit eine noch warme Motorhaube festgestellt. An einem eisig kalten Januarmorgen ein sicheres Indiz, dass der Wagen erst kurz zuvor bewegt worden war. Und da hatte der Angeklagte bereits eine Flasche Wodka intus. Was er auch zugegeben hatte.

Demolierte Gartenmöbel, beschädigtes Auto, eingeschlagene Wohnungstür

Wie auch die Demolierung der Gartenmöbel des Nachbarn und Nebenbuhlers, den er hinter dem Schaden an seinem Auto vermutete. Auch dessen eingeschlagene Wohnungstür ging wohl auf sein Konto.

Die Behauptung der Ehefrau, das habe der Nachbar selbst gemacht, dokumentierte wohl eher die derzeitige Zuneigung zum Gatten als die Wahrheit. Obwohl der Zeuge auch kein unbeschriebenes Blatt ist, überzeugte seine Meinung dennoch, dass es sich hier um gekränkte Eifersucht handele. Er habe der Nachbarin den Laufpass gegeben, war seine Erklärung.

90 Tagessätze zu je zehn Euro

Aufs Laufen muss sich das Ehepaar die nächsten Monate noch verlegen. Neben einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je zehn Euro verhängte der Richter eine Führerscheinsperre von neun Monaten.

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