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Ein Herz für die Tiere in Ickern

Ehrenamts-Serie

Bei den Pferden hält Debbie Harwardt sich am liebsten auf, mit Esel Konrad versteht sie sich besonders gut. Die 20-Jährige hat eine geistige Behinderung, will aber nicht in der Behindertenwerkstatt arbeiten. Deshalb arbeitet die Ickerin seit Jahren ehrenamtlich auf dem Natur- und Begegnungsbauernhof.

ICKERN

, 24.10.2016
Ein Herz für die Tiere in Ickern

Debbie Harwardt arbeitet ehrenamtlich auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof in Castrop-Rauxel. Hier füttert die 20-Jährige gerade Esel Konrad.

Früher hat sie sich oft ins Pferdegehege zurückgezogen. Meist dann, wenn der Natur- und Begegnungsbauernhof (NaBeBa) viele Gäste hatte. Mit Menschen in Kontakt zu treten, das fiel ihr nicht leicht.

Vor 20 Jahren kam Debbie Harwardt als Frühchen zur Welt. Ihr Gehirn bekam zu wenig Sauerstoff, die junge Frau ist seither geistig behindert. Wenn Debbie Harwardt etwas macht, dann dauert das meistens ein bisschen länger. „Was ihr an Tempo fehlt, gleicht sie durch Zähigkeit wieder aus“, sagt Dorothee Zijp, die Leiterin des NaBeBa.

Steckbrief: Debbie Harwardt, Tierpflegerin
Mein Name: Debbie Harwardt
Mein Alter: 20
Mein Familienstand: ledig
Mein Beruf: arbeibtssuchend
Meine Ehrenämter: Tierpflegerin auf dem Natur- und Begegnungsbauernhof in Ickern
Meine Wochen-Arbeitsstunden im Ehrenamt: circa 30 Stunden
Darum kann ich Ehrenamt empfehlen: Weil es den wahren Charakter zeigt, wenn Leute auch ohne Bezahlung arbeiten.

Beim Ehrenamt zeigt sich "der wahre Charakter"

Fünfmal die Woche kommt Debbie Harwardt mit dem Zug aus Wanne-Eickel nach Ickern, um auf dem NaBeBa zu helfen. Dafür musste sie erst lernen, allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Heute ist das eine Kleinigkeit für sie.

Seit drei Jahren arbeitet sie ehrenamtlich auf dem NaBeBa. Hier hat sie Tiere um sich und auch die Scheu vor Menschen abgelegt. Dennoch versucht die 20-Jährige schon lange, eine richtige Arbeit zu finden, etwa als Pferdepflegerin oder Beiköchin. In einer Behindertenwerkstatt möchte sie nicht arbeiten. Und immer nur zu Hause hocken ist auch keine Option. „Da fällt mir die Decke auf den Kopf“, sagt sie.

Bisher hat es nur nirgends geklappt. „So schnell gebe ich aber nicht auf“, sagt Debbie Harwardt, und bleibt erst mal beim Ehrenamt. Denn da zeige sich „der wahre Charakter – wenn Leute auch ohne Bezahlung arbeiten.“ 

Die Serie und der Ehrenamtspreis
Diese Ehrenamtliche ist für die Aktion „Mit dem Herzen dabei“ vorgeschlagen und von einer Jury ausgewählt worden. Ab dem 5. November können unsere Leser bei einer Abstimmung im Internet ihren eigenen Favoriten wählen. Alle zwölf Finalisten werden zur Preisverleihung am 14. Dezember in den Ratsaal eingeladen. Vorab stellen wir sie in unserer Ehrenamt-Serie vor.

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