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Eine Ex-Prostituierte schildert vor Gericht die brutale Vergewaltigung durch den Hauptangeklagten

Voodoo-Prozess

Im Prozess um Zwangsprostitution und Voodoo-Schwüre hat eine 28-jährige Zeugin den Hauptangeklagten schwer belastet. Die Ex-Prostituierte schilderte vor Gericht die brutale Vergewaltigung.

Es war mucksmäuschenstill im Prozess vor dem Bochumer Landgericht, als die 28-jährige Zeugin im sogenannten Voodoo-Prozess am Mittwoch mit leiser Stimme von einem weiteren unangenehmen Geschehnis im Zusammenhang mit dem Hauptangeklagten berichtete.

„Das war nachdem ich bereits mein Geld bei ihm abbezahlt hatte“, sagte die Ex-Prostituierte. Mit „mein Geld“ meinte die Nigerianerin die in der Anklageschrift genannten 25.000 Euro, die auch sie im Anschluss an ihre Einschleusung auf Afrika nach Europa durch Prostitution abarbeiten musste.

Unter Vorwand ins Hotel gelockt

Der 34-Jährige habe sie damals von ihrer Wohnung in Herne abgeholt und sei mit ihr in ein Hotel gefahren. Die 28-Jährige: „Ich war überrascht, fragte ihn warum. Er beschwichtigte und sagte, er wolle dort nur einen Freund besuchen.“

Angekommen in dem Hotelzimmer sei dort aber kein anderer Mann gewesen. Dann hätten sich die Ereignisse auch bereits überschlagen. „Er hat mich aufs Bett geschubst, meine Hände festgehalten, mir die Jeans bis zu den Knien runtergezogen und meine Unterhose zerrissen“, so die Ex-Prostituierte. Dann habe er sie brutal vergewaltigt. Sie habe sich zwar gewehrt, habe aber letztlich gegen den ihr körperlich überlegenen Mann gar keine Chance gehabt.

Fakt ist: Die Staatsanwaltschaft hat bereits reagiert und den Vergewaltigungsvorwurf der 28-Jährigen, der intern erstmals schon kurz vor Prozessbeginn während einer ihrer Zeugenvernehmungen bei der Polizei aufgekommen war, inzwischen durch eine so genannte „Nachtragsanklage“ auch offiziell zum Bestandteil der Anklagevorwürfe gemacht. Für den Hauptangeklagten geht es daher im Voodoo-Prozess nunmehr nicht nur um Zuhälterei, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung – sondern auch um Vergewaltigung.

Weitere Vorfälle

Nach Angaben der Zeugin gab es noch mindestens zwei weitere Vorfälle in einem Hotelzimmer, bei denen ihr der 34-Jährige zu nahe gekommen sei. Bei einem der Vorfälle habe sie „aus Angst“ Geschlechtsverkehr mit dem Hauptangeklagten über sich ergehen lassen.

Wie außerdem bekannt wurde, soll auch noch eine weitere Ex-Prostituierte, die bislang im Prozess noch nicht als Zeugin vernommen worden ist, Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen den 34-Jährigen erhoben haben.

Mehr als zehn Frauen eingeschleust

Die sechs teilweise geständigen Angeklagten sollen zwischen 2015 und 2017 mehr als zehn Frauen aus Nigeria eingeschleust und gegen ihren Willen an Bordelle, darunter auch ein Rotlicht-Club in Castrop-Rauxel, vermittelt haben.

Vor der strapaziösen Schleusung über Libyen, das Mittelmeer, Italien bis ins Ruhrgebiet sollen die Frauen in Nigeria vor einen Juju-Priester ein blutiges Voodoo-Ritual durchlaufen haben. Sinn und Zweck des Juju-Schwurs war laut Anklage, die Frauen einzuschüchtern und gefügig zu machen, ihre Schleuserkosten in Höhe von 25.000 Euro allein aus panischer Angst vor den möglichen Fluch-Folgen abzubezahlen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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