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Eisblock-Wette löste sich in Wasser auf

CASTROP-RAUXEL Damit hatte nun wirklich kein Experte gerechnet: 592 Liter sind vom Eisblock im Passivhaus vor dem EUV Stadtbetrieb geschmolzen. So das Ergebnis der gestern aufgelösten Eisblockwette. Das sind exakt 64,56 Prozent Verlust und für Passivhäuser keine gute Werbung.

von Von Christoph Witte

, 01.08.2008

75 Minuten lief das Wasser ab. Ungläubiges Staunen bei allen Anwesenden. Es wurde schon gescherzt, dass nur noch ein Eiswürfel für einen Whiskey sour über bleibe. „Das ist schon enttäuschend“, resümierte Thorsten Werth-von Kampen und scherzt. „Es ist wohl einfach zu warm in Castrop. Hier hat der Klimawandel schon voll zugeschlagen.“ Doch mit tropischen Temperaturen ist der riesige Verlust nicht zu erklären. Vom 1. Juli bis 1. August betrug die Durchschnittstemperatur in der Passivhaus-Blockhütte 3,1 Grad. Außen lag sie immerhin bei 24,1 Grad im schnitt und einem Maximum von 36,4 Grad am 2. Juli. „Der Eisblock hat eine Woche lang bei bis zu minus 38 Grad Celsius im Kühlhaus gelegen. Es ist mir unerklärlich, warum so viel Eis geschmolzen ist“, so Werth-von Kampen.Wilde Diskussion über die Ursache Noch vor Ort wurde wild über die Ursachen spekuliert. War der ein Kubikmeter große Eisblock doch nicht komplett gefroren? Hat das Passivhaus etwa undichte Stellen gehabt? Zumindest letzteres ist wahrscheinlich. Oliver Turrek, zertifizierter Thermograf, stellte an einigen Kanten des Hauses Schimmelbildung fest: „Das spricht dafür, dass hier ein Luftaustausch stattgefunden hat.“ Endgültige Gewissheit darüber könne aber nur eine Gebäudedichtheitsprüfung erbringen, bei der im Haus Unterdruck erzeugt wird und dann mit einer Thermokamera oder Rauchfahnen geschaut wird, wo Luft von außen hineingesogen wird. Wenig beruhigend war die Erkenntnis, dass das gleiche Experiment in Münster auch zu herben Verlusten (50 Prozent) geführt hat. Denn in Bochum etwa seien vor einem Jahr lediglich 7 Prozent des Eises geschmolzen.Tippscheine werden am Montag geöffnetOb es dennoch einen Gewinner der Eisblockwette geben wird, entscheidet sich am Montag. Dann wird der EUV die bis dato versiegelte Urne mit den Tippscheinen öffnen. Die Tipps von Bürgermeister Johannes Beisenherz (8 Prozent Verlust), EUV-Chef Michael Werner (14 Prozent) und Thorsten Werth-von Kampen (33 Prozent) sind nicht nur außer Konkurrenz, sondern auch vollkommen chancenlos.

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