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Engpässe bei der Versorgung mit Medikamenten

Krankenhaus-Apotheken

Lieferengpässe sorgen für Medikamenten-Knappheit in deutschen Krankenhaus-Apotheken. Das berichteten in den vergangenen Tagen verschiedene Medien. Auch die Apotheken der beiden hiesigen Krankenhäuser bekommen das zu spüren.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabriele Regener

, 13.06.2012
Engpässe bei der Versorgung mit Medikamenten

Bei Medikamenten gegen Krebs gibt es Engpässe.

„Vor allem bei Antibiotika und Zytostatika (Mittel gegen Krebs) gibt es Engpässe“, berichtet Annette Groteloh, Krankenhaus-Apothekerin der Evangelischen Krankenhäuser in Herne und Castrop-Rauxel. Sie hofft, dass ihr das Horrorszenario, ein dringend benötigtes Medikament einmal nicht rechtzeitig liefern zu können, erspart bleibt.  Bislang hat sie das geschafft, allerdings mit erheblich größerem Aufwand. Sie muss herumtelefonieren, bei anderen Händlern nach Ersatzpräparaten mit der gleichen Zusammensetzung fragen, und erhält nicht selten nur Teillieferungen, die dann den internen Aufwand für Abrechnung und Buchhaltung erhöhen.

 Als Grund für die Lieferschwierigkeiten nennen Annette Groteloh wie auch Thomas Tiemann, Geschäftsführer des St. Rochus-Hospitals, die schlankere Lagerhaltung der Hersteller, die auf diese Weise ihre Kosten reduzierten. Eine Reaktion auf die Drosselung der Preise seitens der Politik, erklärt Annette Groteloh. Dazu komme, dass Pharmakonzerne die Produktion oft ins Ausland, verstärkt nach Indien, verlegt hätten, was die Lieferzeiten ebenfalls beeinträchtigt. Wie ihr Kollege Michael Lenke, Krankenhaus-Apotheker der St. Lukas-Gesellschaft, zu der auch das St. Rochus-Hospital gehört, sichert sie sich bei bestimmten Medikamenten durch höhere Bevorratung ab.

 Thomas Tiemann sieht die Lage zurzeit noch entspannter. „Der Engpass ist noch kein zentrales Thema“, sagt er. Da die Apotheke der Lukasgesellschaft mit anderen Krankenhäusern zusammenarbeite und gemeinsam bestelle, profitiere man aufgrund der breiten Nachfrage von zügiger Lieferung. Für den seltenen Fall, dass ein Patient ein Ersatzpräparat nicht vertrage, werde mit anderen Häusern auf dem kurzen Weg der Gefälligkeit getauscht. Eine Besserung der Lage sieht er nicht. „Will man langfristig Medikamente für alle sichern – und Deutschland ist hier gut versorgt – dann muss die Medizin refinanzierbar sein. Es läuft also auf einen Kompromiss hinaus.“  

 Keinen Grund zur Besorgnis hätten Patienten, die ihr Rezept in der Apotheke einreichten, beruhigt Benjamin Liedke von der Viktoria-Apotheke in Ickern. Allerdings müsse manchmal auf ein baugleiches Medikament eines anderen Herstellers zurückgegriffen werden.

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