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Erste Integrationsbeaftragte der Stadt nimmt ihren Dienst auf

CASTROP-RAUXEL Sie erwartet eine Menge Arbeit. Meltem Söylemez ist die erste Integrationsbeauftragte, die ab dem 1. Oktober im Dienst der Stadt Castrop-Rauxel steht. Sie weiß, Integration ist nur gemeinsam möglich. Darum will sie einen Aktionsplan entwickeln, um Familien mit Migrationshintergrund neue Perspektiven zu eröffnen.

von Von Julia Grunschel

, 28.08.2008
Erste Integrationsbeaftragte der Stadt nimmt ihren Dienst auf

Meltem Söylemez ist die erste Integrationsbeauftragte der Stadt.

Dass die 31-Jährige Diplom-Sozialwissenschaftlerin das vom Rat beschlossene Integrationskonzept nicht alleine umsetzen kann, macht sie sofort deutlich: "Das müssen wir alle gemeinsam machen. Das Konzept wird sich in langen Prozessen entwickeln."

Aktionsplan entwickeln

Konkret will sich Meltem Söylemez in den ersten Wochen überall bekannt machen, sich mit Vereinen und Gemeinden treffen und auch die Verwaltung kennen lernen.

"Dann sollten wir uns alle zusammen setzen und einen Aktionsplan für die Zukunft entwickeln. Überlegen, wie man in Zukunft vorgehen will", stellt sie einen groben Fahrplan vor. Das Hauptaugenmerk will sie zunächst auf die Spracherziehung und -förderung legen.

Kommunikation ist das Wichtigste

"Ohne das Erlernen von Sprache geht nichts", macht sie unmissverständlich deutlich. Wie wichtig die Sprachförderung ist, hat Meltem Söylemez selbst erlebt. Parallel zu ihrem Studium hat sie im Stadtteilprojekt Duisburg-Marxloh als Honorarkraft gearbeitet und für die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA).

Gelungene Integration

Um Mütter stärker in das Leben ihres Schulkindes zu integrieren, bot man ihnen eine Elternschule an. "Wir haben ihnen beigebracht, wie sie etwa mit Lehrern über Probleme ihres Kindes kommunizieren können", erzählt die gebürtige Duisburgerin. Das Angebot richtete sich jedoch nicht nur an Frauen mit Migrationshintergrund. Deutsche und Türkinnen haben gemeinsam die Schulbank gedrückt.

"Am Anfang saß jede Nation auf einer Seite des Raums, man blieb unter sich. Im Laufe des Kurses, als die Frauen merkten, dass sie die gleichen Probleme haben, mischte sich die Runde", nennt Meltem Söylemez ein Beispiel für gelungene Integration.

Neue Arbeitsfelder

Weitere Erfahrungen in der Integrationsarbeit sammelte sie bei der Arbeiterwohlfahrt, wo sie Jugendliche mit Migrantenhintergrund in eine überbetriebliche Ausbildung vermittelte, und als Projektleiter bei einem deutsch-türkischen Integrationssender in Lünen. "Dort ging es darum, Jugendlichen neue Arbeitsfelder zu eröffnen. Zurzeit boomen deutsch-türkische Medien, aber Arbeitskräfte gibt es kaum", so Meltem Söylemez.

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