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Etatlücke: Kinderkanzlei fehlen 6000 Euro

CASTROP-RAUXEL Rosig sieht anders aus: Wenn alle Angebote wie bisher weiterlaufen, fehlen der Kinderkanzlei bis zum Ende des Jahres 6000 Euro vom auf 25 000 Euro angesetzten Jahresetat.

von Von Julia Grunschel

, 13.08.2008
Etatlücke: Kinderkanzlei fehlen 6000 Euro

Der Bedarf steigt, das Geld fehlt.

„Wenn wir das Beratungsangebot in jetziger Form aufrecht erhalten wollen, dann muss schnell etwas passieren“, verdeutlicht Vereinsvorsitzender Dr. Michael Glaßmeyer nach einer Verwaltungs- und Mitgliederversammlung, die am Dienstagabend stattgefunden hat. Denn für ihre kleinen Nutzer wäre es die denkbar schlechteste Lösung, wenn die Kinderkanzlei ihre Beratungstage von zwei auf einen reduzieren müsste. „Wir haben so starken Zulauf, dass wir eher einen dritten Tag einrichten könnten“, zeigt Dr. Michael Glaßmeyer auf.

Die Kinderkanzlei muss auf der einen Seite – wie jeder andere Haushalt auch – mit steigenden Fixkosten kämpfen. Auf der anderen Seite haben sich im Gegensatz zum Jahr 2005 die Personalkosten verdoppelt. So fallen derzeit monatlich knapp unter 1000 Euro an. „Wir haben in den Jahren einfach super gearbeitet und viel gemacht“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Die Zahl der Kinder, die an der Mühlenstraße Rat und Hilfe sucht, reißt nicht ab, sondern wächst stetig. Ob das daran liegt, dass die Kanzlei immer bekannter wird oder Kinder immer mehr Probleme haben, vermag Dr. Michael Glaßmeyer nicht zu sagen. 121 Beratungstage leistete das Personal von Mai 2007 bis Mai 2008 und verzeichnete 169 Kontakte. 135 fußten auf der Trennung der Eltern, neun auf Gruppenbesuchen der Trennungs- und Scheidungskindergruppe und fünf auf Mobbing in der Schule. Einzelne Fälle wollten Hilfe bei Bafög, Unterhaltsansprüchen gegenüber den Eltern oder Strafverfahren. In der Statistik taucht auch ein Entführungsfall auf. „Von Entführung würde ich da aber nicht sprechen, sondern von Vorenthaltung. Ein Vater hat ein Kind unerlaubt von einer Gruppenstunde abgeholt und es der Mutter vorenthalten“, so der Vereinsvorsitzende.

   Um den Kindern wie bisher gerecht zu werden und zu helfen, bleiben der Kinderkanzlei nur zwei Möglichkeiten. „Wir müssen Spender und Mitglieder werben, um auf die 6000 Euro zu kommen“, appelliert Dr. Michael Glaßmeyer an alle Castrop-Rauxeler. In der Kinderkanzlei kann jeder Mitglied werden. „Personen, Firmen, auch Krankenhäuser“, wirbt der Vorsitzende. Zudem soll es wie im vergangenen Jahr einen Benefizabend im Hotel Olivo geben. Termin ist der 30. November. 100 bis 120 Personen können daran teilnehmen. Der Anmeldestart wird noch bekannt gegeben. Kontakt zur Kinderkanzlei, Mühlenstraße 1a, Tel. 54 20 94 oder per Mail an kontakt@kinderkanzlei.org. 

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