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EvK: Funkchips an Krankenhausbetten sollen Effizienz steigern

CASTROP-RAUXEL Im Evangelischen Krankenhaus sind nicht nur die Mitarbeiter intelligent, sondern auch Aufzüge, Endoskope und Betten. Sie verfügen über RFID-Funketiketten. Antennen im Haus erfassen die Chips und machen sie sofort auffindbar. So soll die Logistik im Hospital verbessert werden.

von Von Christoph Witte

, 07.08.2008

Frank Tuschmann, Leiter der Betriebstechnik, kommt kaum hinterher, Anfragen zu seinem 2006 für 50 000 Euro eingeführten computergestützten Liftsystem zu beantworten. Aufzughersteller rennen ihm die Bude ein. „Dieser Hype ist unfassbar.“

Doch was können die RFID-Chips im Krankenhaus? Die hauchdünnen Transponder unterstützen Logistikprozesse sowie die Personen- und Produktidentifizierung. „Erfassen ohne anfassen“, lautet der Leitspruch. So erkennen Antennen zwischen den Aufzügen, wenn ein mit einem RFID-Tag ausgerüstetes Patientenbett „zusteigen“ will.

5500 Stunden Zeitersparnis pro Jahr

„Der Aufzug fährt dann ohne Zwischenstopp die gewünschte Etage an“, erklärt Tuschmann. Platz für mehr Insassen ist in den Lifts nämlich nicht, oft genug wurden sie aber angehalten. „Bei rund 320 000 Aufzugsfahrten im Jahr sparen wir so 5500 Stunden.“

Und die Person vor dem Aufzug wartet nicht unnütz. Sie bekommt nur den Lift geschickt, der auch Raum bietet. Zudem können zur Essensausgabe einige Aufzüge nur mit Speisewagen genutzt werden. Und manche Ärzte haben einen Extra-Chip, um im Notfall sofort einen Aufzug zu rufen.

Chip im Strampler Zur Personenidentifizierung hat sich die Technik beim Babyguardsystem bewährt. Mutter und Kind (im Strampler) können einen RFID-Chip bekommen, der Alarm schlägt, sobald das Baby ohne Mutter die Neugeborenenstation verlässt. „Das ist keine Garantie vor Entführungen oder Verwechslungen, aber ein zusätzlicher Schutz“, rühmt Tuschmann.

Sicherheit bei Demenzkranken

Und bei Demenzkranken werden die Chips auf freiwilliger Basis angewendet, damit niemand verloren geht. Auch in der Arbeitsdokumentation kommen sie zum Einsatz. Wie etwa bei der Reinigung von Endoskopen. „Es erspart Schreibarbeit, wenn die Chips dokumentieren, wann sie von wem gereinigt wurden“, sagt Tuschmann.

Anfängliche Sorge bei den Kollegen, sie würden überwacht werden, hätten sich zerschlagen. „Natürlich haben wir so Rechtssicherheit, aber in erster Linie werden die Mitarbeiter entlastet.“ Geplant ist im EvK auch, Infusionspumpen mit RFID zu versehen, um schnell verfügbare Geräte zu finden.Kritiker melden sich zu Wort Datenschützer sehen RFID kritisch. Frank Tuschmann teilt die Skepsis: „Wenn man Patientendaten darauf speichern würde – was wir nicht tun – müsste man eine gute Verschlüsselung wählen.“

In der Metro gibt es auch RFID

Niederländischen Forschern, die herausfanden, dass RFID zu Komplikationen etwa bei Herzschrittmachern führen, schiebt Tuschmann indes einen Riegel vor: „Bei Chips, die über ein WLAN-Netz senden, mag das sein. Aber unsere sind von geringer Listung und passiv. Außerdem dürften Menschen mit Herzschrittmachern dann nicht mehr in der Metro einkaufen.“ Dort arbeitet man auch mit RFID.

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