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Fahrlässige Tötung bleibt straffrei

Verkehrsunfall Victorstraße

Gut ein halbes Jahr ist der tödliche Verkehrsunfall auf der Victorstraße her, bei dem am 25. November 2011 die seinerzeit 13-jährige Schülerin Angelina B. ums Leben gekommen ist. Jetzt ist im Prozess gegen den Fahrer des Wagen das Urteil gefallen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Michael Fritsch

, 26.06.2012
Fahrlässige Tötung bleibt straffrei

Das Urteil im Prozess um den Unfall auf der Victoriastraße, bei dem eine 13-jährige Schülerin starb, ist gefallen.

Wie die Dortmunder Staatsanwaltschaft gegenüber unserer Redaktion bestätigte, ist der Fahrer des Wagens, der seinerzeit 18-jährige Jan H., wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen worden. Er geht aber straffrei aus. Das Urteil wurde bereits in der vergangenen Woche im Einvernehmen mit allen Verfahrensbeteiligten gefällt.

Nach den Worten von Staatsanwalt Heiko Artkämper sei seine Behörde im Hinblick auf die vor Gericht mit anwesenden Eltern und Geschwister des Opfers darauf bedacht gewesen, zu einem Ergebnis zu kommen, das für alle Parteien als vernünftig erscheine. Der Gesetzgeber lasse in solch tragischen Fällen ein solche Rechtsprechung zu, "wenn der Handelnde selbst durch die Folgen der Tat schon so bestraft ist, dass weitere strafrechtliche Sanktionen überflüssig sind". Laut Artkämper gibt es eine Reihe vergleichbarer Fälle für solche Verfahrensausgänge. Wenn beispielsweise ein unzureichend gesichertes Fahrzeug ein spielendes Kind überrolle, oder das Kind eines Landwirtes bei der Erntehilfe zu Schaden oder Tode komme.

Der Fahrer, der der Freund des Mädchens war, war bei dem Unfall selbst schwer verletzt worden und hat keinerlei Erinnerung an den Vorfall mehr. Wie Oberstaatsanwältin Ina Holznagel ergänzend berichtete, sei ausschlaggebend gewesen, dass "keine evidenten Leichtsinnigkeiten – Alkohol oder Geschwindigkeitsüberschreitung – im Spiel gewesen sind". Zudem sei der Fahrfehler, der die Katastrophe ausgelöst habe, trotz umfangreicher Gutachten unerklärbar geblieben. Das Fahrzeug war frontal vor einen Baum geprallt und anschließend ausgebrannt. Für das Mädchen kamen die Rettungsversuche von Anwohnern und Feuerwehr zu spät.  

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