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Flugblätter mit rassistischem Gedankengut

HENRICHENBURG Ungebetene Post mit rassistischem Hintergrund hatten zahlreiche Henrichenburger am Wochenende in ihren Briefkästen. Unbekannte haben die Flugblätter in der Freiheitsstraße, der Lambertstraße und der Fürstin-Christinen-Straße verteilt. Der Staatsschutz hat die Schreiben geprüft.

von Von Julia Grunschel

, 06.08.2008
Flugblätter mit rassistischem Gedankengut

In den Sätzen ist von einer „erzwungenen Vermischung der Völker“ oder einem „Großen Bruder“ die Rede, der „nach Weltherrschaft strebend, die Vernichtung der Rassen, Völker, Familien und Kulturen betreibt“.

Der Polizei liegt das Flugblatt bereits vor. Anwohner hatten sich gemeldet. „Der Staatsschutz hat den Inhalt bereits überprüft, aber keine strafrechtlich relevanten Punkte ausmachen können. Das Flugblatt bewegt sich an der Grenze zur Straftat“, erklärte gestern Polizeisprecher Bernhard auf der Springe auf Anfrage.In regelmäßigen Abständen Das sei nicht das erste Flugblatt, das der Polizei vorliege. Etwa vierteljährlich tauchen Schreiben wie dieses auf. „Über den Urheber kann man nur mutmaßen“, so Bernhard auf der Springe. Gegen die Verbreitung sei es schwierig, etwas zu unternehmen. „Da ist es wie bei jeder anderen Reklame auch, man kann sich nur ärgern“, sagt der Sprecher.Stellungnahme der Antifaschistische Aktion

Mehr als geärgert hat sich auch die Antifaschistische Aktion Castrop-Rauxel. In einer Stellungnahme der Gruppe heißt es: „Der rassistische Stumpfsinn und die rechten Populismen, die sich hinter einer modernen Sprache und einem Zitat von George Orwell verstecken, stellen keinen neuen Inhalt dar.

Die Parolen, die sich dahinter verbergen, sind nichts anderes wie zum Beispiel ‚Ausländer raus‘, ‚die nehmen uns die Job weg‘, Ausländer überfremden unsere Nation‘ oder ‚die Juden beherrschen das Kapital‘.‘‘

Moderne Sprache als Tarnung Die moderne und mit einen linken „Touch“ versetzte Sprache solle den Leser vor der reinen Nazipropaganda blenden, der Verzicht auf klassische, rechtsradikale Populismen würde eine direkte Assoziation mit dem NS-Regime vermeiden.

„Das heißt, das Flugblatt ist ein Versuch rechtsradikale Themen wie ‚Überbevölkerung‘, ‚Verunreinigung einer Nation durch Migration‘ oder die ‚jüdische Weltverschwörung‘ wieder gesellschaftsfähiger zu machen“, so ein Sprecher der Antifa-Aktion, der anonym bleiben möchte.

Einstieg in den Wahlkampf? Warum das Flugblatt gerade jetzt in den Briefkasten steckte, darüber kann Polizeisprecher Bernhard auf der Springe nur spekulieren: „Vielleicht ist das der Einstieg in den Wahlkampf?“

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