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Führung durch die historische Altstadt

Mit Johannes Beisenherz

Auf einen kulturhistorischen Stadtspaziergang hatte Bürgermeister Johannes Beisenherz alle Castrop-Rauxeler mit der Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann in die Castroper Altstadt eingeladen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabi Regener

, 12.08.2010
Führung durch die historische Altstadt

Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann in Aktion.

Rund 70 Bürgerinnen und Bürger hatten sich pünktlich um 11 Uhr am Reiterbrunnen versammelt. Das war der Ausgangspunkt für zwei Stunden Stadtgeschichte, spannend und detailreich vorgetragen von Christiane Hoffmann. Die Kunsthistorikerin, seit fünf Jahren bei der VHS tätig, hatte auch ihren "Fanclub" dabei. Ilse Kuhlmann-Abt und Erika Pohl: "Wir sind begeistert von Frau Hoffmann, gehen zu allen kunsthistorischen Vorträgen bei der VHS. Wir gehören zu einer richtigen Gruppe, die keinen Vortrag versäumt."

Da war der Spaziergang bei schönstem Sonnenschein Ehrensache. Und so legten Teilnehmer auf dem Marktplatz folgsam ihre Köpfe in den Nacken, als Christiane Hoffmann aufforderte: "Gucken Sie mal in die Höhe." Jugendstil war da zu sehen, nicht mehr so schnörkelig, sondern schlicht als Reformstil. Klare Strukturen, die schon das Bauhaus ahnen lassen. Die Doppelwelle im Giebel der Häuser Nummer 11 und 12, unterbrochen von eckigen Elementen auf Nachbardächern, sind typisch für elegante Bauten, die zwischen 1908 und 1916 entstanden sind. Entstanden damals mit modernster Technik, nach außen ästhetisch und klar strukturiert. Die Bürger, reich geworden durch den Bergbau, setzten sich damals ein Denkmal.

Weiter zurück in die Vergangenheit ging es am Bürgerhaus in der Leonhardstraße. Hier war im Mittelalter der Reichshof, die Versorgungsstation für die Könige. "Hier zeigte er sich den Untertanen, hier wurde gemeinsam gefuttert, bis die Vorräte restlos weg waren", schilderte die Historikerin. Kamen die königlichen Gäste zu oft, konnte das schnell den Ruin für die Bauern bedeuten. Das Adalbert-Stifter-Gymnasium mit seinen Anspielungen an die Renaissance im Baustil und der neue Kulturplatz Leo wurden ebenso vorgestellt. Da, wo der neue Kulturplatz, gerahmt von Sandstein-Gambionen, entstanden ist, war schon im Mittelalter ein Platz der Kommunikation. Ein Platz der Hygiene war vor rund 100 Jahren das Parkbad Süd, eingebettet in den idyllischen Stadtgarten. "So wie die Königshäuser einen Park hatten, demonstrierten auch die Städte gern mit einer Grünfläche, dass sie es zu etwas gebracht hatten. Wie Castrop-Rauxel."

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