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Geheime "Kommandosache": Feuerwehrübung

HENRICHENBURG "Freitag, 19.08 Uhr. Dachstuhlbrand, Borghagener Straße 220." Als der freiwillige Feuerwehrmann Bernd Klöcker diese Alarmierung per SMS auf seinem Handy liest, traut er seinen Augen nicht.

von Von Julia Grunschel

, 10.08.2008
Geheime "Kommandosache": Feuerwehrübung

Die Feuerwehr Henrichenburg probt den Ernstfall.

"Das kann ja wohl nicht sein", schießt es dem 47-Jährigen durch den Kopf. Denn die Adresse ist seine eigene. Einen Dachstuhlbrand im eigenen Haus hätte Bernd Klöcker bemerkt haben müssen. "Da wusste ich, dass der Löschzug eine Geheimübung macht", so der Unterbrandmeister, der noch am Donnerstag seine 30-jährige Zugehörigkeit zum Löschzug Henrichenburg mit einem  Grillen gefeiert hatte. "Da hat er den Mund ein bisschen zu voll genommen und sich beschwert, dass die Feuerwehr ohne Wasser zu ihm gekommen ist", freut sich Löschzugführer Josef Pieper über die gelungene Einsatz-Überraschung.

GeheimübungDenn von der Geheimübung, die am 8. August um 19.08 Uhr ursprünglich an der Grundschule Alter Garten stattfinden sollte, wussten nur vier Eingeweihte. "Genau vor 100 Jahre saßen unsere Vor-Vorgänger zusammen und gründeten den Löschzug", erklärt Josef Pieper den historischen Bezug der Übung. 

Und so kann Bernd Klöcker nur mitverfolgen, wie 18 Kameraden anrücken. Drei Minuten nach der Alarmierung braust der erste Wagen in die Straße. Der zweite Wagen des Löschzugs, der Einsatzleitwagen und das Auto mit der Drehleiter von der Hauptwache folgen umgehend.

Anwohner verunsichert Während immer mehr Anwohner in Erwartung eines tatsächlichen Feuers herbeieilten, ist der zweiköpfige Angriffstrupp in Schutzanzügen im Hausinneren verschwunden. "Sie gucken nun auf dem Dachboden nach, ob sich da noch Leute aufhalten", beschreibt Josef Pieper das Vorgehen.

Derweil bringen die anderen Feuerwehrmänner drei C-Rohre und ein Wenderohr über die Drehleiter in Stellung und bewässern das Dach des Hauses etwa zehn Minuten lang von mehreren Seiten. "Pro Minute dürften da 1000 Liter fließen", schätzt Bernd Klöcker und bleibt zuversichtlich: "Das Dach hält dicht."

Großübung am 22. August Keine halbe Stunde ist vergangen. Die technischen Geräte sind verstaut, die Männer sind zufrieden mit ihrer Arbeit. Dass die Alarmierung nicht nur per SMS herausging, haben nicht alle bemerkt. Die Sirene, die früher auf dem alten Gemeindehaus stand und seit 15 Jahren eingelagert ist, hat Heiner Holtkotte auf seinem Hof aufgebaut.

Ihr nächster Einsatz wirft seine Schatten bereits voraus. Am Freitag, 22. August, läuft ab 17 Uhr in der Neuen Mitte eine Großübung. Diesmal mit expliziter Ankündigung.

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