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German Tenors ließen Halle beben

CASTROP-RAUXEL Die German Tenors begeisterten am ersten Weihnachtstag mit illustrem Programm die nahezu ausverkauften Stadthalle. Dabei präsentierten sie stimmgewaltig ein breites musikalisches Spektrum, dass die Zuhörer in seinen Bann riss.

von Von Martin Schreckenschläger

, 26.12.2007
German Tenors ließen Halle beben

Die German Tenors Luis del Rio, Johannes Groß und Christian Polus (v.l.).

Zumindest künstlerisch in der Region beheimatet, hatten sich die Herren aus Chile, Oberschlesien und Dortmund mit Jan Kirschner eines hervorragenden Begleiters versichert. Am Flügel verstand er es nicht nur, besonders einfühlsam und in engstem Blickkontakt zu den Sängern deren Stärken herauszustellen, sondern brillierte auch mit eigenen Solo-Stücken und Medleys.

Mit 'Adeste Fidelis' setzte das Trio einen stimmgewaltigen Auftakt. Doch erfuhr man bald, wo die Vorlieben jedes Einzelnen lagen. Luis del Rio, dem lyrischen Fach zuzurechnen, stellte ein argentinisches Weihnachtslied vor, intonierte wunderschön getragen das 'Panis Angelicus' von César Franck auf Latein. Eine leichte Heiserkeit macht ihm jedoch im Übergang zum hohen Register zu schaffen. Christian Polus, ein Mann des Belcanto, griff auf biblische Sujets zurück, die Apokalypse des Johannes, angesiedelt zwischen Operettenromatik und Heilsarmee-Marsch, ein Ave Maria auf Pietro Mascagnis Intermezzo aus 'Cavalleria rusticana'.

Stimmvolumen und Ausdauer

Johannes Groß, Heldentenor mit Stimmvolumen und Ausdauer, beeindruckte mit klarer Intonation und gewaltiger Festigkeit. Vom 'Agnus Dei' George Bizets bis zum theatralisch überzeugenden Bekenntnis 'Ich liebe Dich' von Robert Scholz reichte sein Repertoire. Mit Schuberts Ave Maria und dem durch Mario Lanza bekannt gewordenen, selten vertonten 'Gebet des Herrn' beendete das Trio den feierlichen, dem Fest der Liebe gewidmeten ersten Programmteil.

Ein bunter Reigen aus Oper und Belcanto-Canzones schloss sich an. 'Core `n grato', 'O sole mio', die Blumenarie aus Bizets 'Carmen' mit flirrendem Vorspiel des Pianisten, rissen mit. Del Rio mit Verdis Arie des Alfred aus 'La Traviata' wirkte dagegen farblos. Doch auch Frank Sinatras Hit 'My Way' und allbekannte Operettenmelodien, etwa aus 'Czàrdàsfürstin' oder 'Zigeunerbaron', peitschten das Publikum auf.

Mitsingen und schunkeln

Nicht nur auf Zuruf auswählen, sondern auch mitsingen, gar schunkeln durften die Menschen im Saal, angestachelt von Johannes Groß, der seine Jacke wegschleuderte, mit einem Satz von der Bühne sprang, sich bei 'Hello, Dolly' gar als Satchmo versuchte. Bestes Entertainment mit amüsanten Conferencen!

 

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