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Großer Beratungsbedarf im Pleitenjahr 2011

Verbraucherzentrale

Ob Krankenkassen oder Stromanbieter Pleite gingen oder ob unseriöse Gewinnspielbetreiber Kasse machen wollten, die Verbraucherzentrale war im Jahr 2011 fast 15 000 Mal gefragt. Das ergab der aktuelle Jahresbericht.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabriele Regener

, 30.05.2012
Großer Beratungsbedarf im Pleitenjahr 2011

Wegen obskurer Briefe haben sich in den vergangenen Wochen vermehrt Bürger an die Verbraucherzentrale gewandt.

 Der größte Teil der Gespräche wurde persönlich oder per Telefon geführt, auf Veranstaltungen konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hiesigen Verbraucherzentrale, so Leiterin Susanne Voss, außerdem weitere rund 5000 Kontakte verzeichnen.

 Rund 35 Prozent, und damit den Löwenanteil, machte dabei der Themenkomplex Energie und Umwelt aus. Für einen Nachfrageboom bei der Rechtsberatung der Verbraucherzentrale sorgte im vergangenen Jahr zum Beispiel die Pleite des Energieversorgers Teldafax. Waren die Betroffenen zunächst besorgt, ob ihre Versorgung lückenlos weiter gewährleistet bleibt, wollten die Verbraucher bald wissen, ob sie ihre im Voraus geleisteten Zahlungen zurück bekommen. Die Berater der Verbraucherzentrale halfen den Kunden, Forderungen anzumelden, halfen mit Musterbriefen, Ansprüche korrekt durchzusetzen. Doch auf ihr Geld warteten viele, so Susanne Voss, noch immer vergeblich.  

 Auch die Pleite bei Krankenkassen ließ die Nachfrage bei der Rechtsberatung steigen, ebenso der große Themenkomplex Telekommunikation. Stichwort hier: Illegale Downloads. Die Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz durch Internet-Tauschbörsen für Musik, Filme oder Bilder sind keine Bagatell-Delikte. Doch wurden die Nutzer teilweise mit völlig überzogenen Forderungen konfrontiert. Dass das Internet und die neueste Handy-Generation etliche Finanz-Fallen bereit hält, erfahren die VZ-Mitarbeiter häufig. So genügt ein Klick auf ein Werbebanner, und die Kunden hätten ungewollt einen Vertrag abgeschlossen, schildert Susanne Voss. Und auch die Apps auf dem Handy könnten tückisch, spricht teuer sein.

"Hier können viele mit der Technik nicht Schritt halten, es ist so, als stiege man von der Ente auf einen Ferrari um", erklärt sie die Möglichkeiten, die die meisten Nutzer überforderten. Eine Herausforderung für die Verbraucherzentrale, die sich gewappnet fühlt. Ob Präsens bei der Say-No-Party, Finanzberatung in der JVA oder verstärkte Energieberatung aufgrund neuer Vorschriften zur Dämmung der obersten Hausgeschosse, auch in diesem Jahr ist die Verbraucherzentrale wieder stark gefragt. Gut zu wissen, dass durch eine Vereinbarung mit der Landesregierung die Finanzierung der Verbraucherarbeit in Nordrhein-Westfalen bis 2015 schon einmal festgeschrieben ist. 

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