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Jeder Mammutbaum an der A 42 hat nun eine rote Stele

Autobahnkreuz

CASTROP-RAUXEL Wer am Autobahnkreuz Castrop-Rauxel-Ost von der A45 auf die A42 fährt – oder umgekehrt – wechselt, wird feststellen, dass der Ohrenpark errötet ist. Jedem der noch zarten Mammutbäumchen ist eine leuchtendrote Stele an die Seite gestellt worden.

von Von Gabi Regener

, 09.08.2010

Bereits im Frühling ist der Ohrenpark gerodet und anschließend neu bepflanzt worden. Eine gärtnerische Maßnahme, die sowohl aus finanzieller wie auch aus ökologischer Sicht äußerst kritisch begleitet und diskutiert wurde. Dem Plan schlug kräftiger Gegenwind entgegen. Er hat standgehalten, obwohl die Ohren zeitweise so aussahen, als hätte der Orkan "Kyrill" gewütet. Innerhalb der "Ohren" wie auch die Böschungen entlang der Autobahn, gab es zunächst Kahlschlag. Das dichte Grün ersetzte dann eine Neubepflanzung. Luftig und locker, eben wie eine Parklandschaft, sollte die neue Optik werden. Anwohner beklagten den Verlust der schützenden grünen Mauer, der ein Filter für Lärm und Staub gewesen sei. Das Gehölz am Straßenrand sei längst zu alt und im Innern völlig blatt- und damit funktionslos gewesen, hieß es dazu.

Überhaupt wolle mein keine "grüne Wurst"“ mehr, keine Scheuklappen für die Autofahrer. Die Ansicht, dass nichts von der Konzentration auf den Straßenverkehr ablenken soll, sei überholt, erklärte auch Landschaftsarchitekt Harald Fritz, der an der Konzeption der Parkautobahn beteiligt war. Nach dem Motto "Eintönigkeit macht müde" solle besser für Abwechslung gesorgt werden. Im Klartext: Sichtfenster in die Umgebung, Info-Punkte, weniger Grün, aber alle 500 Meter ein Mammutbaum. Dieser Exot wurde nämlich zum Leitbaum der Parkautobahn erkoren. 1000 Stück säumen inzwischen die 58 Kilometer von Castrop-Rauxel-Ost bis Kamp-Lintfort. Und jedem wurde inzwischen ein roter Begleiter an die Seite gestellt. Das "Innenohr" am Autobahnkreuz Castrop-Rauxel zieren zudem Zierapfelbäumchen und Haselnusssträucher, die ob ihrer Farbigkeit die Autofahrer erfreuen sollen. Allerdings sollte ihnen nach der ursprünglichen Planung viel mehr Abwechslung geboten werden. Von fünf angedachten Ohrenparks ist nur der Castrop-Rauxeler realisiert. "Am anderen Ende, im Kamp-Lintfort, ist die Einfahrt zur Parkautobahn mit 300 Mammutbäumen gestaltet", beschreibt Susanne Münch, Pressesprecherin von Ruhr.2010, die abgespeckte Variante im Westen. Die übrigen Ohren sind am Veto der beteiligten Städte gescheitert.

Obwohl die Städte nicht zur Kasse gebeten wurden. Finanziert wurde die Umgestaltung mit Hilfe des Ökologieprogramms Emscher Lippe (Öpel). Für die Pflege ist Straßen.NRW zuständig. Die Mammutbäume wachsen langsam. Und ihre Verfechter hoffen, dass auch die Akzeptanz der Parkautobahn weiter wächst. Gefeiert wird aber schon bald: Zum Parkautobahn-Sommerfest an der Parktankstelle Bottrop-Süd, sind am Samstag, 28. August, um 13 Uhr bis Anwohner und Autofahrer eingeladen, den ersten Geburtstag der Parkautobahn zu feiern. 

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