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Kaninchen treiben ihr Unwesen

Friedhöfe und Kleingärten

Besonders Kinder finden Kaninchen süß, doch in Kleingärten und auf Friedhöfen ist keiner gut auf die Langohren zu sprechen. Sie richten dort viel Schaden an und sind so eine extreme Plage.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabi Regener

, 16.08.2010

Den warmen Sommer macht Klaus Schuchardt, 1. Vorsitzender der Kleingartenanlage Castroper Holz, für die riesige Kaninchen-Population verantwortlich. "Und die sind alle fit und gefräßig. In früheren Jahren hat die Kaninchenpest, die Viruskrankheit Myxomatose, den Bestand schon mal reduziert", sagt er. In diesem Sommer helfen nur Zäune, um das Gemüse zu schützen. Denn die Langohren sind Leckerschmecker. Kohl steht ganz oben auf ihrem Speiseplan. Ebenso gern futtern die Kaninchen Blumen. Dabei kennen sie weder Pietät noch Totenruhe, die Langohren wühlen und graben sich bevorzugt über Friedhöfe, hinterlassen regelrechte Verwüstungen. Von der Blütenpracht bleibt nichts übrig, die Gräber sind zerwühlt.

Da fährt das Amt für Friedhofswesen starke Geschütze auf, erteilt der Unteren Jagdbehörde die Genehmigung zum Abschuss. "Wir fragen dann, wer eine Jagderlaubnis hat und weisen die Person ein", erklärt Jäger Josef Berkel. Zum Beispiel für den Friedhof in Bladenhorst. Dort darf derzeit scharf geschossen werden. Um niemanden zu gefährden, empfiehlt Berkel dringend, den Friedhof für die Jagd zwei bis drei Stunden komplett zu sperren.

Grund für die übermäßige Verbreitung der Kaninchen ist auch das Fehlen natürlicher Feinde wie Füchse oder Habichte, weiß Klaus Schuchardt. Doch einen Falkner und dessen abgerichtete Habichte mit der Jagd zu beauftragen, sei schwierig, sagt Josef Berkel. Zum einen seien die Kaninchen schlau und entdeckten die Gefahr aus der Luft sofort, zum anderen sei der Sturzflug auf Friedhöfen wegen der Grabsteine für die Habichte problematisch. Gefahr aus der Luft sieht dagegen Schuchardt für die Kleingärtner: Wildtauben. Die laben sich an Pflaumen und Beeren. Abhilfe schaffen hier feinmaschige Netze oder Gardinen, die Bäume und Sträucher verhüllen.

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