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Kochbrüder mögen's fein und aufwändig

Chuchi Habichthorst

Sie sind Kochbrüder und tragen so klangvolle Titel wie Grand Maitre oder Apprenti: Einmal im Monat treffen sich die elf Mitglieder des "Chuchi Habichthorst" zum gemeinsamen Kochen und Essen. Und was sie in der Schulküche der Willy-Brandt-Gesamtschule so zaubern, macht jedem Sterne-Restaurant Konkurrenz.

CASTROP-RAUXEL

von Von Petra Berkenbusch-Aust

, 06.07.2011
Kochbrüder mögen's fein und aufwändig

Die Mitglieder des "Chuchi Habichthorst" lieben gutes Essen. Siggi Fiebiger zeigt, was diesmal auf dem Menüplan steht: Kaninchen.

Chuchi (sprich: Kucki) ist schweizerisch und heißt Küche. Die Mitglieder des "CC - Club kochender Männer" nennen sich Marmiten, in Anlehnung an das französische Wort "la marmite" für Kochtopf. CC steht für Confrérie Culinaire. Und alles zusammen für leckeres Essen, gesellige Kochabende und eine verschworene Gemeinschaft.

In Castrop-Rauxel gibt es gleich zwei Kochclubs, deren Mitglieder auf ihren Kochjacken das Emblem mit dem roten Hummer tragen. Die Gründer der Habichthorst-Gruppe kochen schon seit 38 Jahren zusammen, seit 1975 organisiert in der bundesweit aktiven CC-Bruderschaft.

Wenn die Männer sich zum Kochen treffen, liest sich die Speisenkarte zum Beispiel so: Pikante Waffeln mit Forellenmousse als Amuse Geule, Spargelstrudel, Rotbarbenfilet im Päckchen, Gefüllter Kaninchenrücken, Erdbeer-Panacotta. Speisenfolge und Rezepte darf jeweils ein anderes Club-Mitglied aussuchen, das als Ausrichter des Abends auch für den Einkauf der Zutaten, die Rezepte und die Einteilung der Köche zständig ist. Dabei steht genau fest, was Menu und Wein pro Abend kosten dürfen: Wird das Budget überschritten, muss der Kochbruder in die eigene Tasche greifen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Chuchi Kochclub

Einmal im Monat treffen sich die elf Mitglieder des "Chuchi Habichthorst" zum gemeinsamen Kochen und Essen.
06.07.2011
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Siggi Fiebiger mit dem Kaninchen.© Petra Berkenbusch
Jürgen Radigk schneidet Gemüse.© Petra Berkenbusch
Der Spargel gart.© Petra Berkenbusch
Jürgen Sauer bereitet die Teller fürs Dessert vor.© Petra Berkenbusch
Werner Eltgen (l.) und Heinrich Hochgesang bereiten das Amuse Geule des Abends zu.© Petra Berkenbusch
Das eigene Messer-Set wird mitgebracht.© Petra Berkenbusch
Die Menu-Folge des Abends.© Petra Berkenbusch
Siggi Fiebiger "kämpft" mit dem Kaninchen.© Petra Berkenbusch
Frische Morcheln.© Petra Berkenbusch
Voller Konzentration am Werk: Werner Eltgen.© Petra Berkenbusch
Der Roquefort muss durchs Sieb.© Petra Berkenbusch
Das Schweinenetz für den Kaninchenbraten.© Petra Berkenbusch
Schnell noch ein geschäftliches Telefonat, dann geht's ab in die Küche: Christoph Meschede.© Petra Berkenbusch
Wenn kein Eierpikser da ist, tut's auch ein spitzes Messer.© Petra Berkenbusch
Köche auf Grätensuche.© Petra Berkenbusch
Mit der Zange werden die letzten Gräten aus den Rotbarbenfilets gezupft.© Petra Berkenbusch
Der gedeckte Tisch.© Petra Berkenbusch
Schnibbeln ohne Ende.© Petra Berkenbusch
Der Kaninchenrücken wird ins Schweinenetz eingerollt.© Petra Berkenbusch
Gemüse putzen.© Petra Berkenbusch
Meist bringt jeder Koch sein eigenes Messer-Set mit.© Petra Berkenbusch
Pikante Waffeln für die Vorspeise.© Petra Berkenbusch
Waffeln backen für die Vorspeise.© Petra Berkenbusch
Der Kaninchenfond als Grundlage für die Soße.© Petra Berkenbusch
Gemüse dünsten für den Fisch-Gang.© Petra Berkenbusch
Das Auge isst mit: "Das Ei auf 12 Uhr".© Petra Berkenbusch
So sieht ein Grand Maitre de Chuchi aus: Reinhold Alaria.© Petra Berkenbusch
Am schön gedeckten Tisch wird gemeinsam gegessen.© Petra Berkenbusch
Franz Merhofe (r.) schaut seinen Kochbrüdern kritisch auf die Finger.© Petra Berkenbusch
Knifflig: Päckchen packen mit Fisch und Gemüse.© Petra Berkenbusch
Knifflig: Päckchen packen mit Fisch und Gemüse.© Petra Berkenbusch
Jürgen Sauer rührt geduldig in der Soße.© Petra Berkenbusch
Schlagworte Castrop-Rauxel

Ein Blick auf die Weinflaschen verrät Reinhold Alaria, den höchst-dekorierten Küchenmeister und Habichthorster Chuchi-Leiter, dass das Standard-Budget von 250 Euro an diesem Abend nicht ausgereicht haben wird. Und trotzdem: Das Fünf-Gänge-Sommermenue mit Getränken schmeckt wie im Nobel-Restaurant und kostet pro Person nicht mal 25 Euro. Dennoch gehen die Kochbrüder einmal im Jahr schick essen. Zuletzt statteten sie Holger Stromberg in Waltrop einen Besuch ab.  Dort wurde einfach nur genossen, die Kritik nach jedem Gang (Daumen hoch oder geneigt) bleibt den Kochbrüdern vorbehalten. Und hin und wieder den Frauen und Partnerinnen, die manchmal zum Essen eingeladen werden.

Der Kochabend ist lang und dennoch meist zu kurz: Um 16 Uhr geht's los, um 22 Uhr schließt der Schulhausmeister die Küche ab. Eine Spülfrau hilft beim Beseitigen der Koch-Spuren. Das späte Essen "verfolgt" manchen Kochbrüder noch bis in die Nacht. Nach so einem Kochabend schläft es sich schon mal schwer.  Aber da muss und will man durch als hochdekorierter Hobbykoch. Das ist es wert.

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