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Kühe auf dem Schulhof: Schüler unter Verdacht

ICKERN Heinz-Wilhelm Wagener, Hausmeister der Janusz-Korczak-Gesamtschule (JKG), hat mit Hinterlassenschaften von Kühen und Schafen auf dem Schulhof zu kämpfen. Die Nutztiere brechen regelmäßig durch einen zerstörten Stacheldrahtzaun einer angrenzenden Weide aus.

von Von Christoph Witte

, 11.08.2008

Die tierischen Ausbrecher sind inzwischen ein Fall für die Stadt und waren es auch schon für die Justiz. Denn Margarete Brinkmann, Inhaberin des Bauernhofes, zu dem die Weide an der Memelerstraße gehört, hat Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. "Immer wieder zerstören Jugendliche unseren Weidezaun." Ihr Verdacht: Schüler haben sich am Rande des Schulhofs eine Raucherecke eingerichtet und flüchten vor nahenden Lehrern über die Weide.

Mit Chinaböllern beworfen

Auf frischer Tat ertappt wurde noch niemand, weshalb die Staatsanwaltschaft auch das Verfahren eingestellt hat. Der Ärger bleibt. Auf beiden Seiten des Zaunes. "Wir haben hier einen großen Zuchtbullen auf der Weide. Man weiß nie, wie der reagiert", sagt Alut Brinkmann, Tochter der Hofbesitzerin, die die Zuchtkühe erst in den Ferien auf die Weide ließ. Aus Angst: "Sie wurden schon mit Flaschen und Chinaböllern beworfen. Das ist viel Stress für die trächtigen Kühe." Und mit hohen Kosten für den Heidbauern Brinkmann verbunden. Je länger die Tiere im Stall bleiben, desto mehr Stroh und Futter muss herangekarrt werden.  Landwirte fordern einen zweiten ZaunDie 29-jährige Diplom-Agraringenieurin fordert daher einen zweiten Zaun, einen festen aus Maschendraht auf Seiten der Schule. Gegeben hat es so eine Begrenzung schon. Offenbar, so Hausmeister Wagener, wurde der aber teilweise ebenfalls zerstört oder zum anderen Teil gestohlen. Abgesägte Pfähle blieben als stumme Zeugen des Zaunes zurück. Immobilienmanagement, Ordnungsamt und die Gemeindeunfallversicherung haben sich ein Bild vor Ort gemacht. Wagener glaubt aber nicht, dass ein zweiter Zaun errichtet wird: "Laut der Versicherung reicht ein Stacheldrahtzaun aus, um Schüler vor der Gefahr zu warnen." Peter Falk vom Immobilienmanagement betont, dass nichts entschieden sei. Er warte noch auf den schriftlichen Bericht des Unfallversicherungsverbandes und auf ein Gespräch mit Schulleiter Wolfgang Böcker. "Es wird aber eine Reaktion geben", verspricht Falk. Bis dahin wird Alut Brinkmann morgens und abends den Zaun kontrollieren, Brombeer-Gestrüpp als Hindernis auslegen und hoffen, dass die Kühe ungestört kalben können.

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